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Danke für Nichts, Marco Rose

Text: Matthias Küppers, 22.2.2021

Es ist in den letzten Tagen viel geschrieben worden. Auch vieles, was zum Teil weit über das Ziel hinaus schießt. Im Netz wird heiß und zum Teil unter der Gürtellinie diskutiert  seit der Bekanntgabe, dass  Marco Rose unseren VfL verlassen wird. Und wenn es  eine demokratische Abstimmung unter „echten“ Fans geben würde, würde Rose ganz sicher nicht mehr auf der Trainerbank sitzen.

 Wir haben, wie andere Fanclubs auch, keine andere Möglichkeit derzeit, als uns über soziale Netze zu verständigen. Wir können unseren Unmut nicht im Stadion zum Ausdruck bringen. Und auch wir haben uns da mächtig Luft gemacht in den letzten Tagen. In unserer eigenen Chat-Kurve. Hier nur mal ein kleiner Auszug emotionaler Bemerkungen, die nach Verkündung derTrainerentscheidung von eingefleischten Fans und Mitgliedern unseres Fanclubs, von denen viele die  Borussia schon seit über30 Jahren supporten, gefallen sind.  

Holger: „Für mich war Max Eberl bisher echt immer einer, dem man noch ein Stück weit glauben konnte. Seit heute muss ich das leider revidieren.“

Dirk: „Max Eberl ist nicht Borussia Mönchengladbach und er kann auch nicht alles sagen und machen was er will (…) Borussia Mönchengladbach sind immer noch WIR!“

Holger: „Da kann Max Eberl erzählen was er will, das Ding ist schon länger durch und es rumort ordentlich in der Mannschaft.“   

 Matthias: „Werverarscht hier eigentlich wen? Natürlich nimmt Herr Rose keinen Spieler mit nach Dortmund. Die haben alle ein Auto und können selbst nach Dortmund fahren.“

Dirk: „Es gibt nur eine vernünftige Reaktion und die muss jetzt von der Mannschaft kommen.Vollgas geben. Trotzdem ist das nicht in Ordnung von Max Eberl. Es ist ja auchnicht das erste Mal, dass er uns Fans als Sündenbock hinstellt.“

Matthias: „Wir werden am Samstag (gegen Mainz) nicht gewinnen und Schuld ist das von Fans und Medien entfachte Störfeuer.“ (Anmerkung: wie bekannt, haben wir sogar verloren und in großer Güte hat Marco Rose diese Niederlage auf seine Kappe genommen).

 Dirk: „Auch Max Eberl wird irgendwann mal gehen und dann stehen wir immer noch hinter der Borussia. Wir haben schon schlimmeres erlebt (…).“

Stefan: „Es wird nur noch Unruhe geben die nächste Zeit. Es sei denn wir gewinnen jedes Spiel.“

Thomas Z.: „AlsJupp Heynckes 1987 seinen Abgang zu den verhassten Münchnern bekannt gab,wollten ihn auch einige direkt vom Hof jagen. Er blieb und gewann alle 10ausstehenden Ligaspiele. Das nur mal so als Träumerei.“ (Anmerkung: Ironie aus.)

Matthias: „Marco Rose war mir immer schon suspekt und alles das hier bestätigt mein Gefühl.”

Vasilli: „Unabhängig von den sportlichen Leistungen – Borussia ist ein Verein, der gewisse Werte vertritt und geltend macht. Marco Rose hat diese Werte missachtet und gehört demnach …weg.“

 Vasilli: “Diese Rose blüht nur einmal.“

Dirk: „Ich wusste, dass es so kommt. Die Mannschaft hat ein Alibi. Saison ist für michgelaufen.“ (Dirk nach dem Spiel gegen Mainz)

Jörg: „Am schlimmsten ist diese Hilflosigkeit, weil wir (Fans) ohne Stadion und Nordkurve keine Stimme haben. Echt ätzend, diese Situation.“

Thomas: Mit  im Stadion wäre er höchstwahrscheinlich nicht mehr der Trainer UNSERER Borussia. Jetzt lacht uns der Rose doch nur aus und grinst wie blöd in die Kamera.“

Dirk: „Ich hätte auch Vereine im Ruhrgebiet aufsuchen können, aber nein ich fahre lieber an denNiederrein. Weil ich mich immer bei meinem Verein geborgen gefühlt habe. Jetzt ist aber der Zeitpunkt erreicht, wo ich das Gefühl habe, wir sind wie  jeder andere Verein auch. Ich bin frustriert.“

Wille: „Leider hält der Manager an Marco Rose fest. In der Sache hat Max Eberl nichts dazugelernt und Sturheit kann schneller zum Genickbruch führen als man glaubt.“

Bernd: „Rose tritt zurück wenn es zu spät ist und die Saison endgültig versaut ist. Max Eberl wird sich dann anschließend trotzdem anständig bei ihm für „alles“ bedanken und anderen die Schuld an der Misere geben.“

 Stefan:  „Dann kann Neuhaus, der gerne Titel gewinnenmöchte, ja mal richtig gut gegen City und Dortmund spielen und TATEN folgenlassen. Aber dann geht man lieber nach Bayern. Aber vielleicht beweist der eine oder andere (Spieler) Charakter.“

Vasilli: „DasWort Vertrauen in den Mund zu nehmen, nach so einem Wechsel-Wirr-Warr, ist einfach beschämend.

 Macke:“ Mir kommt diese Situation einfach verlogen vor und der wirkliche Fan wird mal wieder betrogen.“

Kent: „Es ist ein Unding, während der laufenden Saison geheim oder öffentlich an Trainern, die aktuell noch einen Verein betreuen, herumzubaggern.“

 Jörg: „Lieber mit Freunden untergehen als mit Verrätern zu leben!“

Günni: „Hab mich noch nie so verarscht gefühlt wie von ihm, immer am grinsen. So macht der das auch mit Max Eberl.“

Matthias: „Marco Rose ist kein Übertrainer. Der letzte dieser Kategorie  war Lucien Favre.“

Mühle: „Wieder vercoacht. Und damit verlieren wir Geld – total bescheuert.“

Matthias: „Wenn Marco Rose Charakter hätte, würde er seinen Rücktritt anbieten.“

Thomas: „Wir sind noch in drei Wettbewerben und können noch viel erreichen.“

Macke: „Durch sein Handeln bzw. Nicht-Handeln wirft er uns um Jahre zurück.“

 Thomas: „ Da Max Eberl nichts unternehmen wird (so laut die Fanszene auch schreibt) und Marco Rose frühestens nach dem Ausscheiden im Pokal gegen Dortmund seine Konsequenzen zieht, mache ich hinter der Spielzeit einen Haken.“

Also, fassen wir es mal wie folgt zusammen. Es gab in unserem Fanclub niemanden, nicht einen, der Verständnis für die Entscheidung hatte. Also nicht falsch verstehen. Es gab niemanden, der die Entscheidung von Max Eberl verstehen konnte! Es ging hier nicht um die Entscheidung des Trainers.  Marco Rose hat sich mit „Vorsatz“ diese Klausel einbauen lassen und dieses Szenario möglicherweise schon genau so ausgemalt. Wer weiss, vielleicht hat er das sogar genau so vor zwei Jahren mit Jürgen Klopp ausgeheckt.  Ja, und es ist legitim und vertragskonform,was Marco Rose da gemacht hat. Nur sind wir hier nicht in der freien Wirtschaft, sondern im emotional geladenen Fußball-Business. Er hat leider das Vertrauen des Managers, des Vereins und das der Fans missbraucht. Max Eberl kann oder will nicht wahrhaben, dass die Verpflichtung des Trainers vor zwei Jahren kein Gewinn und Fortschritt, sondern womöglich ein Rückschritt war. Und nein,es ist nicht richtig, besser einen tollen Trainer nur für zwei Jahre zu haben als gar nicht. Nicht unter diesen Umständen. Es gibt viele Leute, die meinen, unter Marco Rose hätten wir besseren Fußball gespielt, er hat uns weiterentwickelt, wir sind erfolgreicher, wir haben Siegermentalität. Bitte aufwachen. Es gab eine Handvoll guter Spiele, das ist richtig. Es gab auch dieQualifikation zur Champions League in seinem ersten Jahr. Na und? Hat das nicht sogar ein Andre Schubert auch geschafft? Nur mit dem Unterschied, dass Marco Rose einen Kader von Max Eberl gestellt bekommen hat, der eben diese große Qualität hat. Was Favre oder Schubert einst geschafft haben, glich einer Sensation.  Was Marco Rose geschafft hat, war durchaus unter diesen Voraussetzungen erwartbar. Und noch etwas. Unter Marco Rose haben wir in der Euro-League gegen Wolfsberg 0:4 zu Hause verloren und sind in der Vorrunde kläglich ausgeschieden. Im DFB-Pokal in der zweiten Runde raus. Und die Champions League-Qualifikation, ehrlich. Hätte Leverkusen nicht am vorletzten Spieltag völlig überraschend in Berlin verloren, es wäre nur die Euro-League geworden. Also im Grunde das gleiche, was auch schon ein Dieter Hecking vorher erreicht hatte. 

Dann nicht zu vergessen  das Gequatsche von der sogenannten Todesgruppein der Champions League, die wir überstanden haben. Am Ende war es doch auch viel Glück und der Spielmodus, dass wir überhaupt ins Achtelfinale gerutscht sind. Gewonnen haben wir nur die beiden Spiele gegen Doneszk. Die waren – zugegebener maßen –stark.  Ist eben ein Ergebnis-Sport, und wenn man dann eins Marco Rose zu Gute halten muss. Er hatte in der kurzen Zeit sehr viel Glück und darf eben diese „Erfolge“ in seiner Vita verbuchen.

 Und dann diese neue „Siegermentalität“, diese Wucht undPower, von der immer gesprochen wird. Dieser neue Ansatz, dieses RedBull-Gefasel.  Wann, wo, wir sehen da wirklich nicht viel von. Aktuell eigentlich gar nichts. Aus diesem Team müsste ein richtig guter Trainer doch eigentlich deutlich mehr rausholen als Marco Rose es bislang geschafft hat. Vielleicht hätte er es geschafft. Nein, wir sind uns sogar sicher,  er hätte es geschafft. Aber zum Trainer-Sein gehört auch, authentisch zu sein und den Spielern und dem Verein Vertrauen zu geben. Und etwas aufbauen zu wollen. Leider ist es Marco Rose entfallen, wofür er drei Jahre unterschrieben hat, als er sein Amt antrat und es damals auf der Pressekonferenz kund getan tat. Um etwas zu bewegen. Danke für nichts, Marco Rose.   

Wir hoffen, dass Max Eberl, auf den wir nach wie vor große Stücke halten, diesen (seinen) Fehler „Marco Rose“ wie auch immer erkennt, korrigiert und die Weichen für eine großartige Zukunft stellt.   

Borussia mit Unterhaltungwert – auch neben dem Platz!

Text: Matthias Küppers, 31.1.2021

Nach dem 1:1 bei Union Berlin fühlt es sich bei dem einen oder anderen wie ein Rückschlag an. Dabei sind wir nach wie vor in absoluter Reichweite der begehrten CL-Plätze, gar punktgleich mit dem BVB,  und haben zuletzt mal eben Bayern München und auch Dortmund bezwungen. Aber eben diesen Underdog aus Köpenick nicht. Aber bitte, was heisst Underdog? Das Team spielt eine sensationelle zweite Saison in der ersten Klasse und verwundert trotz vielfacher Personalausfälle immer wieder. Und so würde ich das 1:1 auch als Punktgewinn bezeichnen. Mehr war an diesem Tag an der alten Försterei einfach nicht drin. Abhaken, wir sind in der Liga weiter mehr als gut unterwegs und in diesem Jahr noch ohne Niederlage. Und es geht weiter. Englische Woche. Bereits am Mittwoch, DFB-Pokal in Stuttgart. Ein kompliziertes Spiel, wo es tatsächlich keinen wirklichen Favoriten gibt. Und das ist auch gut so. Womöglich mal wieder die einzige Chance, für Max und uns “was Blechernes” zu holen – zumal der Verein von der Isar mit dem Dauerabo auf das DFB-Pokal-Finale bereits krachend gescheitert ist. Beim Underdog in Kiel.  Also, auf geht´s Jungs. Holt euch das Ding!

Weniger erfreulich sind die Nebengeräusche rund um unser Team. Die eklige Spuck-Aktion von Marcus Thuram ist schon fast in Vergessenheit geraten durch den nächtlichen Ausflug von Breel Embolo, um ein Basketballspiel zu schauen. Skandalös, Mysteriös, – Embolös! Eine bescheuerte Aktion liess quasi eine noch bescheuerte Aktion binnen kurzer Zeit folgen. Neuer “Gladbach-Style”?  Ich für meinen Teil habe lange Zeit nach dreckigen Typen in unserem Team gesucht, zu viele Typen Marke Schwiegersohn hatten sich in unserem Team auf Kuschelplätzen breit gemacht. Mit Granit Xhaka kam dann irgendwann die Wende, und so Typen wie Rani Bensebaini verkörpern heute das, was ich mit “dreckig” meine. Gut, man muss nicht in der 90. Minute+ im 16-Meterraum seinen gegner wie ein Koala-Bärchen umklammern, aber im Grunde ist er eben der “dreckige” Typ. Und auch ein Stefan Lainer. Der kann auch dreckig sein oder zumindest so drein schauen, als ob er on fire ist 😉 . Was Thuram und Embolo da aber abgezogen haben, war zwar maximal dreckig, will aber keiner sehen. Dennoch. Beides junge Spieler, sie sind und bleiben Teil des Teams, gut so. Wir haben noch verdammt viel vor. Zum Beispiel den wiederholten Einzug in die CL. Oder den Gewinn des DFB-Pokals. Und am Ende einen Trainer Marco Rose, der sich trotz der (ebenfalls ekelhaften) Abwerbeversuche für das Projekt “Wahre Borussia” entscheidet?  Freuen wir uns drauf. Auch wenn es nach wie vor ohne uns Fans weitergehen muss. An dieser Stelle Respekt und Anerkennung allen Akteuren auf und neben dem Platz, dass Ihr soviel Emotion auf die Fernsehapparate transportiert und uns mitfiebern lasst. Klar, es ist nicht ansatzweise vergleichbar, aber in dunklen Zeiten wie diesen besser als nichts. Wie hiess es noch, zu Beginn der Geisterspiele? Fußball ohne Fans ist nichts wert. Das sehen wir tatsächlich (inzwischen) doch etwas anders. Denn ein Samstag so ganz ohne Fußball ist auch nicht viel mehr wert. Für uns im Club steht das Spiel über allem. Und wir geben die Hoffnung nicht auf, dass wir in diesem Jahr, spätestens mit Beginn der neuen Saison, wieder in die Stadien ziehen werden. Bis dahin muss unser Verein, unser Team alles raushauen, was er rauszuhauen vermag.


Wir haben Sensationelles, Außergewöhnliches erreicht – oder ?

Text: Thomas Zowislo, im Dezember 2020

Unsere Borussia ist zu Beginn des nächsten Jahres noch in allen drei Wettbewerben vertreten – oder wie sagt man so schön – Borussia tanzt noch auf drei Hochzeiten. Unser Clubmitglied Jörg aus dem hohen Norden meinte, dass wir besser da stehen, als letztes Jahr, in dem wir ja bekanntlich in der zweiten Runde des DFB-Pokals gegen den BVB ausgeschieden und in der Euro-League – man darf es ruhig so sagen – am Ende kläglich gescheitert sind. Für uns und wahrscheinlich für einige andere Fans auch,  fühlt es sich im Moment irgendwie “durchwachsen” an. Denn neben einigen sehr starken Auftritten wie z.B. in der Champions League gegen Schachtjor Donetsk oder auch teilweise gegen Real Madrid (zumindest im Heimspiel) und Inter Mailand (auswärts), gab es im Liga-Alltag zu viele (späte) Enttäuschungen und schlechte Phasen in den Spielen der Borussia. In elf von dreizehn Spielen ging man mit 1:0 in Führung, aber in nur vier Spielen konnte die Mannschaft die drei Punkte einfahren. Aus den restlichen siebenSpielen holte der VFL gerade mal fünf mickrige Punkte. Und so ist es nicht verwunderlich, dass wir nach dreizehn Spieltagen lediglich achtzehn Punkte auf der Habenseite haben und damit  zehn Punkte hinter dem Erreichten der Vorsaison nach dreizehn gespielten Partien liegen. 2019 standen wir damit an der Spitze der Tabelle, heute rangieren wir außerhalb der europäischen Tabellenplätze „nur“ auf Rang acht (immerhin aber noch einstellig…) Im DFB-Pokal war ein Weiterkommen bei den Gegnern (wir hatten diesmal Losglück) natürlich Pflicht, alles andere wäre blamabel gewesen. Apropos Blamage – im Spiel gegen die TSG Hoffenheim gab es einen Vorfall, der uns fassungslos gemacht hat und der dem Verein einen deutlichen Imageverlust eingebracht hat. Es wird nicht leicht sein, einen Spieler wie Marcus Thuram wieder komplett zu rehabilitieren, er wird sich auf einiges gefasst machen müssen, da die Fans, die Presse und die Öffentlichkeit so einen Vorfall so schnell nicht vergessen. Am Besten antwortet unser Stürmer daher mit Leistung und schießt uns mit Toren zu Siegen. Man darf gespannt sein, wie sich Mannschaft und Trainer im neuen Jahr präsentieren – glauben wir einfach weiter an unseren Verein und freuen uns auf große Spiele in der Bundesliga, Champions League und im DFB-Pokal, die aber leider noch eine ganze Zeit ohne uns Fans im Stadion stattfinden werden.

Alles Gute für 2021. Bleibt gesund, optimistisch und zuversichtlich!


Wir sind nicht aus Pappe

Text: Matthias “Marküüüs” Küppers, 19. April 2020

Es ist schwer, auf einer Fanclub-Seite wie dieser hier die richtigen Worte für das zu finden, was uns als Fußballfans gerade so bewegt. Das weltweite Virus-Szenario ist furchtbar, grausam und die einschränkenden Massnahmen, die inzwischen bundesweit getroffen wurden, sind, so weh sie uns allen tun, alternativlos. Es gibt diese Momente, da kann ich nur für mich feststellen, was ein Glück, dass ich hier in Deutschland bin. Ein Glück, dass wir in Deutschland so in der Medizin und Versorgung aufgestellt sind, wie wir es sind. Wir müssen demütiger werden. Und da muss dann auch die wichtigste und schönste Nebensächlichkeit der Welt hinten anstehen, denn sie ist nun mal, was sie ist: Eine Nebensache. Zugegeben aber eine, die inzwischen ein Milliardengeschäft ist und genau deshalb für sich eine Sonderrolle beansprucht. Aber darf das sein? Entscheidet Geld am Ende über Gesundheitsfragen?  Müssen tatsächlich Geisterspiele stattfinden, um üppige TV-Fernsehgelder zu beziehen, unter dem Deckmantel der Aussage, dass ansonsten einige Vereine wie Schalke 04 vor dem Bankrott stehen? Wie seelenlos Geisterspiele sind, haben Millionen Menschen am TV bei der Übertragung unseres Heimspiels gegen den FC Köln “miterleben” dürfen. Das eigentliche Gefühl eines Live-Erlebnisses kam doch erst auf, als endlich hunderte von Fans von aussen vor den Toren Fangesänge anstimmten.  Dafür wurden sie (die Fans) und auch die Spieler später abgestraft, verantwortungslos sei man mit der Situation umgegangen. Nun, es war zu diesem Zeitpunkt auch etwas schwierig, die Notwendigkeit dieser Aussperrmassnahme zu vermitteln, gab es doch vier Tage vorher im Heimspiel gegen Dortmund noch keinerlei Bedenken. Wie dem auch sei, das Geisterspiel hat uns in Deutschland eins gelehrt und gezeigt: so darf Fußball nie sein und nie werden! Da macht E-Sport ja noch mehr Spass.  Was aber tun in der aktiven Fan-Szene, wenn es eigentlich nichts zu tun gibt? Ganz einfach, kreativ sein. Die Pappkameraden-Aktion des Fanprojekts FPMG www.seidabei-trotzdem.de ist mittlerweile der Renner und geht sprichwörtlich um die Welt. Wir sind mit dieser aktion weltweit Thema! 1900 Cent für ausnahmslos gute Zwecke. Was auch uns als Fanclub zunächst wie ein vorgezogener April-Scherz des Fanprojekts vorkam, fand schnell die Erkenntnis, dass diese Aktion genial ist und auch von uns  mit bislang einundzwanzig (!) hochgeladenen Pappkameraden in Block 13A unterstützt wurde. Ein Clubmitglied von uns hat sich sogar zweimal hochgeladen, so fasziniert war er von der Idee. “Dabei sein”, wenn wir nicht dabei sein können, und vor allem eins: Zeichen setzen! Zeichen setzen für den Verein, aber vor allem auch mit der Message: Ohne uns Fans geht es nicht!  Kein Fan, erst recht keiner, der regelmässig ins Stadion geht, will Geisterspiele haben. Wenn es die finanzielle Situation aber so hergibt, dass Geisterspiele unter Einhaltung der Hygieneanforderungen zwingend sind, um den Fußball überhaupt zu erhalten, dann nehmen wir Fans das in Kauf. Aber nur für den Rest dieser Saison. Dann stehen wir mit unseren Papp-Avatars bereit. Zig tausende Mahnmale in den Fankurven, jeder einzelne verkörpert eine echte Fanseele. Wir sind nicht aus Pappe. Wir sind Borussia!

Eklat

Traurig, traurig, was sich am Karnevalssamstag im Borussia-Park zutrug.  Es war nach diesem fulminanten Derby-Sieg in Düsseldorf, wo noch zehntausend Gladbacher (Ultras, Kutten, Normalos) in der Kurve gemeinsam an einen Strang zogen, alles angerichtet für ein weiteres Fußballfest im Borussia Park, für den neuten Heimsieg in Folge. Du gehst sogar mit einem 1:0 in die Kabine, die Stimmung ist prächtig, und hast alles unter Kontrolle. Alles? Nein, alles leider nicht. Ungemach drohte bereits in der Halbzeitpause, als einige Fans der Ultra-Szene in Maleranzügen auftauchten. Unsere Ultras, zumindest aber ein Teil davon, haben mit ihrer völlig missratenen Aktion gegen Hopp und DFB weit über das Ziel hinaus geschossen und letztenendes mit dafür gesorgt, dass die “Stimmung” in der zweiten Halbzeit spürbar kontraproduktiv für das Spiel unseres Teams war. Das 1:1 überraschte am Ende des Tages nicht.  Ist euch das bewusst, liebe Ultras, was ihr damit angerichtet habt? Oder geht es Euch nur um den “Kampf” und Protest gegen Kommerz & Co.? Das sind doch keine poltischen Statements, die ihr da setzt. Auch wenn ihr in der Sache an sich nicht ganz falsch liegt (Stichwort: Kollektivstrafen). Wie könnt ihr einen Verein, der euch doch soviel bedeutet, derart Schaden zufügen? Es ist doch kein Wunder, dass die “Normalo”-Fans dann auch “Ultras raus!” skandieren und nicht differenzieren zwischen den guten und den bösen Ultras. Zeigt im Namen der Raute, wofür ihr wirklich steht. Eine bunte, friedliche Fan und Ultras-Szene mit gigantischen Choreos und lautstarkem Support, das ist doch das, was uns ausmacht. Macht euch und uns das nicht kaputt. Das FPMG hat zum Dialog angeregt, mit den Ultras.


Neues Lied mit Potenzial

Passend zur French-Connection scheppert ein neues Lied durch den Borussia Park “Allez, Allez, Allez”.

Oh glorreiche Borussia
Die Macht vom Niederrhein
So war´s in alten Tagen
und wird es immer sein

Fünfmal Deutscher Meister
und dreimal den Pokal
wir schreien euch nach Vorne
Komm macht es noch einmal

Allez, Allez, Allez

Allez, Allez, Allez – Viva the Underdogs – Viva Borussia!

Text: M. Küppers, Januar 2020

Das Spiel auf Schalke zum Rückrundenstart war ein Stimmungsdämpfer. Verdient 0:2 verloren, keine Frage. Quo vadis, Borussia? Die Antwort folgte. Und wie! Leute, war das ein Hammer. Nicht jetzt das Spiel gegen Mainz, aber der Schlusspunkt zum alles entscheidenden 3.1. Dieses 40 Meter Kunstwerk von Florian Neuhaus. Was für ein geiles Tor! Und was für ein Wortspiel: Wie sollte auch ein Zentner im Tor einen solchen Ball noch abfangen 😉 Und wieder Mainz, möchte man sagen. Da war doch was? Genau, vor Jahren war ein gewisser Juan Arango der Kunstschütze eines irren Tores ähnlicher Kategorie, auch eben gegen diese Mainzer. Fernschüsse gehören aktuell indes nicht zu unseren Stärken, auch Standards eher nicht. Im Spiel gegen Mainz war irgendwie alles anders. Tore nach Freistößen, Tore aus der Distanz.

Geht doch! Was erfreulicherweise auch anders war: Der Support. Ich nörgele oft genug über die sonoren Gesänge aus der Nordkurve, angestimmt von den Ultras, Sottocultura & Co, aber was sie diesmal aus dem Hut gezaubert haben, mit diesem „Allez, allez, allez“ , das hat Potential für was ganz großes. Lasst es uns ins ganze Stadion transportieren, das klang gegen Mainz schon ein wenig nach Anfield Road. Respekt dafür, und endlich, endlich, endlich.

Abschied von Jörg Criens

Vor dem Spiel nahmen wir Fans emotionalen Abschied von (Hans) Jörg Criens, einem der ganz großen Borussen, der im Alter von 59 Jahren viel zu früh von uns gegangen ist. Ein Gänsehaut-Moment im Stadion, als es noch einmal, ein letztes Mal, diese „Crieeeeeeeeeens“-Rufe gab, wie damals, am Bökelberg, wenn er wieder mal ein Tor für seine Borussia geschossen hatte. Viele von uns im Fanclub haben Jörg Criens in den 80er und 90ern spielen sehen, zahlreiche Tore von ihm bejubeln dürfen. Noch wenige Wochen vor seinem tragischen Tod trafen zwei unser Mitglieder Jörg Criens zufällig auf dem Weihnachtsmarkt, machten Späßchen, Fotos und „erlebten“ in seiner Erzählung diese beiden Joker-Tore gegen Bremen noch mal. Unfassbar, dass Jörg Criens tot ist.

Wir verneigen uns mit großem Respekt vor einem Spieler, der mit seiner außergewöhnlichen Spielweise und seiner freundlichen, positiven Art dafür gesorgt hat, dass in der post-erfolgreichen Zeit und trotz ausbleibender Titel der Mythos Borussia bis in die heutige Zeit getragen wurde. Ohne Spieler wie Jörg Criens wäre unsere Borussia heute nicht da, wo sie ist. Rest in Peace, Langer!

Gladbach is back

Text: M. Küppers,  November 2019

Wie war das noch, im Februar 2019 haben Experten  wie Didi Hamann und die Schreiber der “11 Freunde” dem VfL vom Niederrhein ernsthaft die Meisterschaft zugetraut. Mit Dieter Hecking. Mit Thorgan Hazard. Am Ende kam alles bekanntlich anders. Mit Ach und Krach wurde so gerade noch die Europa-Pokalteilnahme klargemacht. Immerhin. Und für Gladbach ja auch nicht selbstverständlich. Und mit Marco Rose wurde der “gehypteste” aller Trainer verpflichtet. Des Managers Handlung, den in Gladbach trotz Erfolges wenig beliebten Dieter Hecking gegen einen anderen Trainertypen auszutauschen, wurde allseits begrüßt. Der Zeitpunkt, nun ja, das ist und bleibt eine andere Geschichte. Apropos Geschichte. Wir schreiben mit der Saison 2019/2020  erneut Geschichte.

Mit neuem Trainer und neuen Gesichtern, hier insbesondere Marcus Thuram, Stefan Lainer und Breel Embolo, kam neue Wucht ins Spiel. Wir erleben bislang eine Borussia, die wir seit Jahrzehnten, ich schreibe mal bewusst seit 1977, so nicht gesehen haben. Dabei ist der aktuelle Erfolg (Tabellenführer nach 11 Spieltagen und vier Punkten Abstand zum Zweitplazierten) so rein punktetechnisch gegenüber der Vorsaison gar nicht so unterschiedlich – die Spielanlage indes ist sehr wohl. Es macht wieder Spass, dem VfL zuzuschauen. Selbst bei Niederlagen (es gab nur wenige bislang) wird das Team für seine Spielart gefeiert.  Alte Tugenden sind wieder aktiv, das Spiel dauert 90 Minuten und zuweilen auch schon mal länger. Und dann kommen solche Kämpfertypen wie Stefan Lainer (die Reinkanation von Berti Vogts, also Berti 2.0) und natürlich ein Marcus Thuram, die nicht nur eigene Stärken und Wucht in das Gladbacher Abwehr und Angriffspiel bringen, sondern andere Spieler mitreissen. Alassane Plea und Denis Zakaria blühen regelrecht auf, und Yan Sommer spielt die Saison seines Lebens, ja sogar Elfmeter hält er jetzt, wie zuletzt gegen Bremen. Wer soll Borussia eigentlich stoppen? Wahrscheinlich nur Gladbach selbst. Der Weg bis zur Meisterschaft ist noch sehr, sehr lange, und vermutlich wird es am Ende dann doch der FC Bayern sein, der das Rennen macht. Oder Leipzig. Aber selten bis nie war eine Tabellenkonstellation derart, dass so viele Mannschaften oben stehen – und eine von ganz oben grüßt – die Borussia, die vom Niederrhein. Rosige Zeiten, kann man da nur sagen. Wer Spiele wie in der Euro-League gegen Istanbul und zweimal gegen AS Rom in der Nachspielzeit für sich entscheidet, hat das Gen, das den Rekordmeister von der Isar immer ausgezeichnet hat. Und jetzt ist das Gen von der Isar scheinbar an den Niederrhein geschwappt. Niemals aufgeben. Immer weiter. Immer weiter… Lasst uns demütig bleiben. Und immer daran denken wo wir herkommen. Ja, woher kommen wir eigentlich? Aus der Relegation? Nein! Wir waren fünf mal deutscher Meister 😉  Nun gut, noch ist nichts erreicht und selbst die Herbstmeisterschaft, die mehr als drin ist, ist noch kein echter Titel. Wäre aber trotzdem schön 😉 Und möglich ist am Ende alles.

Europapokal. Ja, ist das denn nichts?

Text: M.M.Küppers 20.5.2019

Die Saison 2018/2019 ist Geschichte und es war auch wieder eine für die Chronik des VfL.

Eine überragende Hinrunde mit 33 Punkten, in der ausnahmslos alle (!) Heimspiele gewonnen wurden, dazu noch der 3:0 Sieg beim späteren Deutschen Meister Bayern.  So viele Auswärtssiege wie gefühlt noch nie. Die Zeitschrift „11 Freunde“ widmete uns im Februar 2019 samt Supertrainer Dieter Hecking eine im Rückblick amüsante Titelstory, erzählte vom Neuanfang.  Von einem Trainer, der Fehler aus der Vorsaison  erkannte und von seiner sonst doch so klaren Linie abgerückt ist, das System umstellte. Auch Didi Hamann machte uns zum Titelfavoriten.  Am Ende sollte alles anders kommen. Nein, nein, abgestiegen sind wir nicht, dafür war das Punktepolster der Hinrunde auch zu groß. Und man darf auch festhalten, dass wir mit 22 Punkten aus der Rückrunde auch nicht so schlecht waren.  Punktetechnisch gesehen. Aber für Europa oder gar Champions League hätte es bei zwei solcher Halbzeiten eben auch nicht gereicht. Mittelmaß. Richtig aber ist, es zählt das Gesamte. Man muss die Saison im Gesamten sehen. Und dennoch. Was in Erinnerung bleibt, ist in der Regel  das, was zum Schluss kommt.  Und die zweite Saisonhälfte war gerade mit Blick auf die famose Hinrunde schlichtweg erschütternd.

Dabei startete unser VfL mit drei Siegen hintereinander in die Rückrunde und die „11 Freunde“ und Didi Hamann  fühlten sich bestätigt.  Der geheime Geheimfavorit zündete. Der Borussia-Park wurde zur uneinnehmbaren Festung. Wer sollte uns aufhalten? Hertha? Wolfsburg? In unserem Stadion? Never.  Was passierte, ist hinlänglich bekannt. Mit der satten Heimniederlage gegen Hertha läutete der VfL den Rückwärtsgang ein. Es wurde kein einziges Spiel mehr zu Hause gewonnen. Die meisten gingen sogar verloren.  Aber wo kamen dann die immerhin noch 22 Punkte her?

Nun gut, neun davon aus den ersten drei Spielen der Rückserie. Und dann gab es noch die zum Teil schmeichelhaften Auswärtssiege in Mainz, Hannover und Nürnberg. Und auch ein paar Unentschieden.  Liest sich eigentlich nicht so schlimm. War es aber.  Denn Spiele wie in Düsseldorf und in Stuttgart, ja auch gegen Hoffenheim waren ein Beleg dafür, dass etwas in der Mannschaft nicht stimmt.  Spieler, die nicht nachsetzen, nicht sichtbar kämpfen (auch das gehört zum Fußball, ob das gehört werden will oder nicht), keine Laufbereitschaft zeigen, sich ihrem Schicksal ergeben, mit hängenden Köpfen rumschleichen, und ein Trainer, der wie ein Übervater sich vor seine Jungs stellt und das dann in Ruhe analysieren möchte. Ein Trainer, der mehr ein Lehrer als ein Motivator ist. Nächstes Spiel, nächste Pleite. Kein Aufbäumen. Rückstände waren lähmendes Gift für nahezu alle Spieler, bis auf den  Torwart, der noch schlimmeres verhindert hat.

Nach dem desaströsen Auftritt in Düsseldorf hätte niemand eine klare Entscheidung des Managers in Sachen Trainer kritisiert. Im Gegenteil. Die halbgare Entscheidung, den Trainer zu entlassen, um ihn dann noch ein paar Spiele im Amt zu lassen? Eine fragwürdige Maßnahme, deren Erfolg sich in dem widerspiegelt, was wir am Ende erreicht – oder eben nicht erreicht haben. Natürlich hat der Trainer nicht die alleinige Schuld, er steht auch nicht auf dem Platz. Aber die, die da auf dem Platz standen (oder zum Teil auch getrabt sind), haben ihren vielleicht unfreiwilligen Beitrag dazu geleistet, dass Hecking nun zeitlich verzögert trotzdem weg ist und auch der Champions League Platz, der noch im Februar gefühlt sicher war.  Wir können jetzt das „was wäre wenn“ Spielchen treiben, ob vielleicht ein neuer Übergangstrainer in den letzten so wichtigen, millionenschweren Spielen nochmal Reizpunkte gesetzt hätte. So wie es uns beispielsweise ein sprichwörtlich williger Trainer in Stuttgart aufgezeigt hat.  Wir wissen es nicht. Am Ende der Saison steht der fünfte Platz. Ein Startplatz für die Euro-League. Und ja, ich hätte sofort meine Tinte drunter gesetzt vor der Saison.

Es ist, auch richtig, für uns ein Erfolg. Aber dieser Erfolg dürfte sich in etwa so anfühlen wie in Dortmund die Vize-Meisterschaft.  Dortmund durfte lange von der Meisterschaft träumen, wir eben von der Rückkehr auf die ganz große Bühne der Champions League. Es blieben Träume.  Und gefühlt das Gefühl, etwas Großes verpasst zu haben.

Etwas Großes erreichen konnte, wollte man seitens des Vereins, aber diese Ziele wurden erst formuliert, als der Zug schon in die andere Richtung ging. Und Max Eberl, da bin ich mir sicher, wird das nicht anders sehen. Auch wenn er nicht müde wird, immer wieder auf das Großartige und für Borussia Mönchengladbach eben nicht “Selbstverständliche” zu verweisen, was wir erreicht haben. Man muss es halt nur oft genug wiederholen, bis man es am Ende selbst auch so sieht. Das letzte Spiel gegen Dortmund war denn auch ein Spiegelbild der Saison. Die erste Halbzeit klar fokussiert, dem Führungstor auch näher, aggressiv, Anlaufen, Pressing. Dann ein Gegentor, gefühlt wie aus dem Nichts und zudem auch noch irregulär. Ende. Die zweite Halbzeit. Stecker gezogen. Als Fan musste man sich erneut fragen, was da so in der Halbzeitpause besprochen wird. Thema ist durch, Max Eberl hat ja auch nicht ohne triftigen Grund einen neuen Trainer verpflichtet, dem man nachsagt, eine andere Ansprache zu haben. Schluss mit “in Ruhe analysieren”, jetzt heißt es “Tacheles reden” und auf dem Platz Reaktionen zeigen.

Ja, was haben wir in Mönchengladbach doch für ein Luxusproblem. Undankbare Fans, die mit dem 5. Platz hadern. Fast drohte sogar ein Zerwürfnis mit den Fans nach dem äußerst glücklichen 2:2 gegen Hoffenheim. Spieler, die sich nicht beschimpfen lassen wollen. Spieler, die  den Gang zu den Fans in der Nordkurve abbrechen. Ein No-Go. Denn was die Fans für den Verein bewirken können, durfte jeder Borussenverantwortliche in Nürnberg beobachten. Schluss mit der Nachbetrachtung, jetzt heißt es “volle Kraft nach vorne. Für den Namen den die Welt so glorreich kennt – die Seele brennt!”

Borussia Mönchengladbach kehrt nach zwei Jahren Abstinenz auf  die europäische Bühne zurück.

Stichwort Euro-League. Auch wenn der ganz große Wurf misslungen ist, so entspricht das Level der Euro-League im Grunde eher dem aktuellen Leistungsvermögen. Hier ist zudem nicht nur die greifbare Chance, die Gruppenphase zu überstehen. Vielmehr ist es nicht mal auszuschließen,  dass der Verein am Ende sogar nach Danzig fährt und im Endspiel steht. Frankfurt und deren Fans haben es auf wunderbare Art und Weise vorgemacht, wie geil die Euro-League sein kann. Ein Endspiel in Danzig. Mit 20.000 Gladbach-Fans und einer gigantischen Choreo, die Europa staunen  und ganz Frankfurt erblassen lässt. In diesem Sinne. Wir sind Borussia!

Moment mal. Wir sind Vierter!

Text: M.M.Küppers 4.3.2019

Eine Hammer-Choreo zum zehnjährigen Bestehen von Sottocultura. Nur das Ergebnis passte irgendwie so gar nicht. Borussia – FC Bayern 1:5. Was für eine herbe Klatsche. Aber wäre das Spiel so gelaufen, wie es gelaufen ist, hätte Schiedsrichter Zweyer das 1:0 aberkannt, weil es auch nach Ansicht der wahren Experten irregulär war? Und mal ehrlich jetzt, dass ein Tor in der 2. Spielminute den gesamten Spielverlauf nachhaltig beeinflussen kann, ist auch nicht von der Hand zu weisen. Hätte, wenn und aber. Es wäre fatal, die Schuld an dieser Niederlage in dieser strittigen Szene zu suchen. Das wäre zu einfach, zu billig. Es gab da noch andere Gründe.

Ja, das Spiel gegen den großen FC Bayern wirft viele Fragen auf. Was ist los mit unserem VfL? Ist das nur eine Ergebniskrise, oder steckt mehr dahinter? Nach dieser beeindruckenden Hinrunde und vor allem dieser unfassbaren Siegesserie zu Hause gingen nicht wenige schon davon aus, dass das so weiter gehen wird. Der Borussia-Park als uneinnehmbare Festung. Kenner des Sports sollten es besser wissen.

Jede Mannschaft gönnt sich Krisenzeiten, in denen es mal nicht so läuft. Jede Mannschaft? Ja. Die Bayern im Herbst, und bei den Dortmundern läuft es gerade auch nicht so rund, nicht wahr? Von daher kommt dem Zeitpunkt der Krise eine enorm wichtige Bedeutung zu. Wir hatten bis jetzt ein unfassbar dickes Polster, dass wir auch nach dem einen Pünktchen aus den letzten vier Spielen immer noch auf einem CL-Platz stehen. Nach 24 Spieltagen sind wir Vierter? Welcher Gladbach-Fan und Verantwortliche hätte das nicht vorher auch unterschrieben? Damit war nicht zu rechnen.

Nur hat die sehr gute Hinrunde und natürlich auch der Megastart in die Rückrunde sowohl Fans als auch Spielern offensichtlich den Kopf verdreht. Vom Titelkandidaten war sogar die Rede. Geheimfavorit. Und gefühlt die ganze Premiere League in England will unsere Spieler kaufen, nicht nur Hazard, sondern auch Ginter, Elvedi, Plea, Zakaria und Hofmann. Zufall oder nicht, genau diese Spieler sind zum Teil derzeit sehr weit weg von Ihrem Leistungsvermögen.

Wie gewonnen , so zerronnen, der Vorsprung ist dahin geschmolzen. Frankfurt, Leverkusen und Wolfsburg lauern auf weitere Ausrutscher von uns. Ausrutscher? Waren die Spiele gegen Berlin, Wolfsburg und Bayern wirklich nur „Ausrutscher“, oder spiegelten die Spiele vielleicht doch das wahre Leistungsvermögen wieder? Es wird Zeit, da eine sportliche Antwort drauf zu geben und die Krise zu beenden. „Nicht reden, machen!“ Gelegenheit dafür gibt es in Mainz und zu Hause gegen Freiburg. Beides Team, die anders als die vorgenannten Kandidaten in den Niederungen der Tabelle zu finden sind.

Noch sind wir aber mit oben dabei und haben es, wie sagt man so schön, alles selbst in der Hand. Und nochmal Stichwort Krise, es ist vielleicht wirklich nur eine Leistungsdelle, mehr nicht. Gegen Bayern haben auch schon andere Mannschaften verloren. Und wahre Krisen sehen völlig anders aus. Beispiel gefällig? Schalke O:4. Der Vize-Meister drückt den Selbstzerstörungsknopf.

In diesem Sinne, freuen wir uns aufgrund der aktuellen Situation am 24. Spieltag darüber, dass es scheinbar diesmal richtig spannend wird Abstiegskampf, im Rennen um die Europa-Plätze und dass es sogar endlich wieder einen Kampf um die Meisterschaft gibt.

Vielleicht nach Rotterdam, vielleicht nach Mailand.

Text: M.M. Küppers, 23.12.2018

Nun liegt also das „besondere“ Spiel der beiden Borussias, das sogar vom öffentlich-rechtlichen ZDF übertragen wurde, auch hinter uns, das erste richtige Spiel gegen unseren Trainergott Lucien Favré. Tabellenerster gegen Tabellenzweiten. Und wir haben, nicht völlig überraschend, am Ende knapp verloren. 1:2 in Dortmund. Immerhin, zuletzt gab es ein 1:6, davor ein 0:4. Es geht also aufwärts. Unterm Strich aber, seien wir ehrlich, eine verdiente Niederlage.
„Hurra, hurra, die Gladbacher sind da!“ Schon am Bahnhof war wohl klar, dass hier nicht Hoffenheim oder Wolfsburg angereist kommt. Sondern die Macht vom Niederrhein, die Nummer Eins am Rhein. Wieviel waren wir? Zehntausend? Hammer.
Der Mannschaft hat man im Stadion dann doch angemerkt, dass zum Ende der Hinrunde und mit den zahlreichen Ausfällen auf Schlüsselpositionen gegen einen Gegner wie den BVB schwer zu bestehen ist. Von daher hat sich das (aus unserer Sicht eh nicht ernst gemeinte) Thema Meisterschaft damit erledigt. Gut so. Denn unser Ziel ist nach zwei Jahren „Durststrecke“ wieder die Teilnahme am Europapokal. Was bleibt, ist aber ein geiles Finish der mitgereisten VfL-Fans in Dortmund, grandioser Support und Wechselgesänge, die uns die eine oder andere Gänsehaut beschert haben. Vielleicht lag es auch nur an dem böhigen Wind und den Bierduschen nach dem 1:1 von Cristoph Kramer 😉 Danke dafür, das Bier, diese Plörre, schmeckt wirklich grässlich 😉

Die Pyros zu Spielbeginn in unserem Block passten ein wenig zur Jahreszeit, da zündet man ja schon mal ein Lichtlein an, nur bitte, Ihr Chaoten an der Front, lasst den Unfug bitte, bitte mit den Böllern sein. Das haben wir nicht nötig, wir supporten den VfL auswärts derart gewaltig und laut, da brauchen wir nicht solche bescheuerten Knalleffekte. Und wir waren so laut, dass man sich schon fragt, wo denn der ach so tolle Support der Südkurve des BVB war. Scheinbar auch schon zu erfolgsverwöhnt, die Steher da in der berühmten Steilwand. Ein Hauch von Stimmung wie in München. Schämt Euch 😉
Zurück zum VfL. Die Mannschaft hat eine insgesamt (vor allem natürlich zu Hause) überragende Hinrunde gespielt und 33 Punkte im Sack. Klarer Kurs, Europapokal! Hammer. Und das bei nur acht Heimspielen. Hut ab, wenn man bedenkt, dass sich die Top-Teams (München, Dortmund, Leipzig, Hoffenheim, und auch Berlin und Wolfsburg) alle noch im Borussiapark blicken lassen müssen in der Rückrunde.
Von daher war das Abfeiern der Mannschaft in Dortmund nach Spielschluss auch ein Dankeschön an eine so nicht erwartete Hinrunde. Geil gemacht, Jungs. Stark, Trainer und Manager. Und ja, etwas wehmütig werden wir womöglich Patrick Hermanns letztes Spiel für den VfL gesehen haben. Wir Fans haben dafür ein Gespür, deshalb waren die Patrick Hermann Sprechchöre auch unüberhörbar. Patrick, einer der verbliebenen aus der Generation Relegation. Ein echter Borusse. Das wird er immer bleiben. Für immer. Egal was kommt, egal wohin es ihn verschlägt.
So denn, freuen wir uns auf die Rückrunde, sie startet mit einem – na ja – „Derby“ in Leverkusen. Auf geht’s Jungs, schießt ein Tor für uns. Damit wir am Ende das Telefon in Kopenhagen klingeln hören!

Borussia-Park? Nein. Borussia-Festung.

Text: M. M. Küppers, 10.12.2018

Vielleicht hatten die mitgereisten Stuttgarter Fans im Gästeblock schon eine gewisse Vorahnung. An einem tristen Sonntag Abend im Dezember, grau, Regen, kalt, und dann noch einige hundert km entfernt vom Ländle. Dank DFB mal wieder eine verdammt unverständliche Spielansetzung.

Immerhin, der Steherblock der Gäste war (bis auf einige Ultras und Krawallbürsten, die sich unfreiwillig noch vor dem Spiel wieder auf den Weg zurück ins Schwabenländle gemacht haben), beachtenswert gefüllt. Also, verglichen mit Wolfsburg oder Hoffenheim 😉 Aber keine Fahne. Kein Support. Kein Nichts. Nicht mal ein Bengalo. Irgendwie, ein Hauch von nichts. Stummer Support. Oder stummer Protest? Wie dem auch sei, bei uns am Niederrhein hängen die Trauben für die Gästevereine samt mitgereister Fans inzwischen so hoch, dass es durchaus verständlich ist, der Borussen-Festung mit Respekt zu begegnen. Vielleicht sogar Angst. Aus dem ehemaligen Erholungspark ist eine regelrechte Festung geworden.

Sieben Heimspiele in Folge – gewonnen. Was für eine Quote. Okay, sicher muss man erwähnen, dass wir nur schwache Gegner hatten, wie etwa Leverkusen oder Schalke. Aber nicht etwa die Bayern. Denn die haben wir mal kurzerhand in ihrem eigenen roten Schlauchboot 3:0 weggefegt. Irre, diese Saison! Läuft also, und was besonders beachtlich ist. Niederlagen hauen uns nicht um.

Das verlorene Ding in Leipzig war verdient, der Brause-Retorten-Club war gegen uns an jenem Tag einfach einen Tick besser. Muss man anerkennen. Und die richtigen Schlüsse draus ziehen.
Stuttgart? Ein zäher Gegner, tief stehend. Immerhin, fast 70 Minuten hielt das Bollwerk. Antifußball, neun eigene Tore in der abgelaufenen Sason sprechen für sich und ganz sicher nicht für Super-Mario. So steigt Stuttgart ganz sicher auch wieder ab. Vielleicht wollte man auch nur nicht zu hoch verlieren. Ist ja fast gelungen.

Was neu bei Borussia anno 2018/2019 ist. Nach Niederlagen folgen unmittelbar direkt wieder Siege. Mund abwischen. An die eigene Stärke glauben. Gas geben. Und der Trainer setzt die richtigen Zeichen und findet auch die richtigen Worte. Auch wenn die Auswechslung von Allasane Plea nicht überall Zustimmung fand, ja sogar heftige Pfiffe, so war sie rein sportlich vertretbar. Und wenn Du zwei Joker bringst und beide das Spiel entscheiden, hast Du alles, aber auch wirklich alles richtig gemacht. “Que Sera sera, Borussia ist wieder da!” schallt es aus zig tausend Kehlen, und das “Europapokal”-Lied wird nicht mehr nur von Block 16 angestimmt, sondern vom gesamten Stadion getragen. Geil, geil, geil. Das ist klarer Kurs Richtung Europa, ob es am Ende gar wieder die Champions League sein wird, schauen wir doch mal. Didi Hamann, seit seiner Liverpool-Zeit auch von mir akzeptierter Experte, hat uns in den Topf der Meisterschaftskandidaten geworfen.

Wenn wir so weitermachen, werden wir noch ganze lange mitköcheln. Und Dortmund vielleicht am Ende sogar die Suppe versalzen. By the way. Letzer Spieltag. Na? Dortmund zu Gast in Mönchengladbach. Das kann kein Zufall sein.

Plea des Tages

Text: A. Mainka

Samstag Mittag geht es los. Na, nicht ganz, wenn es ein Auswärtsspiel ist, und bis nach Bremen fährt man dann auch so ein paar Stündchen. Also, 6.30 Uhr Abfahrt.

Wetter okay, Autobahn frei, so waren wir dann auch zeitig in Bremen. Zeit genug, um sich die Sehenswürdigkeiten von Bremen zu gönnen. Auswärts in Bremen. Das hat was. Das machte zuletzt (fast) immer Spaß. So kam es auch nicht von ungefähr, das wir vom Fanclub diesmal wieder zahlreich vertreten waren. Mittagessen in der Gaststätte „Ständige Vertretung Rheinland“, (was ein Name für eine Gaststätte) „Altkanzler-Filet“ und ein typisch norddeutsches Getränk, ein Kölsch. Kölsch?? Auf diesem Weg Danke an die „Fernborussen“ für den guten Tipp! Von dort aus mit Fußmarsch an der Weser entlang zum Stadion. Schnell noch ein richtiges Bierchen schlürfen und anstellen! Einige von uns mussten in Tor 8 rein, andere in Tor 10. Letztere hatten mit deutlich längeren Wartezeiten zu kämpfen. Nun ja, irgendwie auch nicht verwunderlich, nachdem letzte Woche Düsseldorfs Ultras in unserem Park eine 90 Minuten Pyro-Show abgeliefert haben.

Widmen wir uns dem Stadion. Das altehrwürdige Weserstadion. Schauplatz manch legendärer Europapokalschlacht. Und was ganz das ganz Besondere ist. Es hat Flutlichtmaste! Und es erinnert gerade bei Nieselregen ein wenig an den alten Bökelberg. Einfach nur geil! Die Stimmung auf den Rängen war von beiden Seiten richtig gut, nette Choreo der Bremer. Unsere Ultras  absolut vorbildlich, kein Pyroscheiß, nur bedingungsloser Support von zig tausend Gladbachern! „Daumen hoch“ 👍 Das Spiel lief natürlich so ganz nach unserem Geschmack. Wenn dann tausende Menschen den Namen des dreifachen Torschützen Plea im Stil von „Vamos a la Playa“ singen, Wahnsinn… „Alassane Plea, oh oh ohohoh!“ Gänsehaut pur! Mit ihm hat unsere Borussia eine „eiskalte“ Qualität dazu gewonnen, die lange, lange gefehlt hat. Und ja, er macht die ohnehin starke Mannschaft noch den entscheidenden Ticken stärker.

3:1. Auswärtssieg in Bremen. 23 Punkte.  Zweiter der Tabellen nach elf Spieltagen. Nachdem wir Fans die Mannschaft gebührend gefeiert haben, ging´s auch schon wieder zurück nach Hause. Und mit drei Punkten im Gepäck war die mehrstündige Rückfahrt auch kein Ding. Jetzt erstmal Länderspielpause, zuletzt siegten wir auch auswärts und hatten eben diese Zwangspause, dann folgte ein 4:0 gegen Mainz. Unser nächster Gegner: Hannover 96. Gibt es saisonübergreifend den neunten Heimsieg in Folge? Der Sky Experte Didi Hamann sprach schon von einem Vierkampf um die Meisterschale. Er meinte damit Dortmund, Gladbach, Leipzig und… vielleicht Frankfurt. Na ja, eventuell meinte er auch die Bayern.

Macht vom Niederrhein schlägt Landeshauptstadt

Text: M. E. Küppers

Auch wenn zwischen dem Borussia Park und der Esprit Arena (oder neuerdings Merkur-Spielarena) nicht einmal 30 km liegen, so wirkliche Derbystimmung wollte gestern nicht aufkommen.

Nach dem Motto „alle in rot“ sind Fortunas Anhänger bereits mit einem Fanmarsch durch Düsseldorf marschiert, natürlich inklusive Anti-BMG-Gesängen. Im Stadion wurde anschließend der Gästeblock in ein rot weißes Fahnenmeer gehüllt, welches kurz darauf lichterloh brannte.

Die Düsseldorfer tun alles dafür, als Derbygegner angesehen zu werden…Doch sowohl bei den Fans der Domstadt, als auch bei uns gelten sie lediglich als fünftes Rad am Wagen – welches tiefe Risse aufweist und geflickt werden muss.

Lange Einlasskontrollen am Eingang Nord.

Denn sportlich gesehen muss man einfach feststellen, dass es für die erste Liga nicht reichen wird. Aussichtsreiche Angriffe verstolperten die Düsseldorfer, als wenn auf einem hügeligen Acker in Illertissen gespielt worden wäre.

Und so reichte eine solide Vorstellung der Fohlenelf für einen klaren 3:0 Sieg. Während in der ersten Halbzeit bei einem relativ zähem Spiel drei Großchancen liegen gelassen worden, machte es Thorgan Hazard vom Punkt besser – zumindest war der Ball drin, irgendwie. Beim 2:0 zeigte unser Rising Star Florian Neuhaus mal wieder seine Klasse: Nach der Balleroberung umkurvte er mittels Übersteiger den Düsseldorfer Verteidiger und legte dann perfekt auf  unser neues Torungeheuer Jonas Hofmann ab.

Beim 3:0 konnte der (auch ohne Tor) mehr als überzeugende Alassane Plea seinen Assist verbuchen, indem er einen langen Ball auf Hazard abtropfen ließ – der dann stark abzog und inklusive Abfälschung Michael Rensing erneut überwinden konnte.

Die Mannschaft zeigte nach der krachenden Pokalniederlage die richtige Reaktion. Doch konnten wir mal wieder sehen, wie wichtig Alassane Plea für das Offensivspiel der Mannschaft ist – er macht die Bälle fest, bedient seine Mitspieler und schafft Räume. Ohne Pleas Laufweg wäre zum Beispiel das 2:0 nicht gefallen….Also, bleib bitte gesund.

Nächsten Samstag geht es dann nach Bremen, dort werden auch Vennatics vor Ort sein. Wir sind gespannt, ob wir den ZWEITEN Platz festigen können – das wäre überragend!

Geerdet.

Text: M. M. Küppers

Was für andere Vereine Bayern München ist, ist für unseren VfL der Freiburger Fußballclub aus dem wunderschönen Breisgau. Ein Angstgegner, ein Albtraum, ein Zahnarztbesuch, immer mit Schmerzen verbunden, die auch danach noch etwas anhalten. Und wirklich unfassbar, seit 2002 (oder anders ausgedrückt; seit 16 Jahren!) haben wir im Schwarzwald keinen Sieg mehr errungen, der letzte Siegtorschütze hiess Arie van Lent, und unser Heimstadion nannte sich noch Bökelberg. Unglaublich. Wir reden von Freiburg. Nicht von München oder Dortmund.

Somit stellen wir fest. Das Schlimmste haben wir bereits für diese Saison hinter uns, mit Augsburg und eben diesen Freiburgern. Und – ach ja – in München haben wir ja auch wieder mal gewonnen, und mit dem daran anschliessenden Sieg gegen Mainz haben wir ein gewaltiges Punktepolster geschaffen. Da haut uns die Niederlage in Freiburg nicht um. Die Niederlage war insgesamt auch verdient. Es war ohnehin ein seltsames Spiel, nach ein paar gespielten Sekunden ein Elfmeter gegen uns, und dann noch ein kurioses 45 Meter Empty Net Tor in der Nachspielzeit. Vermutlich Szenen, die wir (leider) im Jahres oder Saisonrückblick öfter nochmal anschauen dürfen. Richten wir den Blick nach vorn.  Mit Leverkusen werden wir uns im DFB-Pokal messen dürfen, ein Spiel wie man so sagt auf Augenhöhe. Mal sehen, ob der herrliche Schwalbenkönig dann überhaupt noch bei den Pillendrehern an der Seitenlinie steht (oder fällt).  Und dann kommt das Derby. Derby? Nein, nein. Es geht gegen Düsseldorf. Es ist kein Derby. Es ist ein Duell zweier Städte, die nahe beieinander sind. Mehr nicht. Aber nicht minder uninteressant. Und während beim Spiel gegen Leverkusen kein klarer Favorit ins Rennen geht, sind die Positionen beim Spiel gegen den Tabellenletzten Düsseldorf doch recht klar.  Freuen wir uns drauf, mögen die Spiele der englischen Woche beginnen.

So geht Neuanfang!

Text: M. E. Küppers

14 Punkte, 15:9 Tore, Platz 3 und bereits gegen Leverkusen, Schalke, Frankfurt, in Wolfsburg und in München gespielt…Der Traum von Europa ist wieder am Leben.

Nach einer verkorksten Spielzeit und einer viel zu langen Sommerpause hielt sich bei uns im Club die Vorfreude auf die neue Saison ehrlich gesagt in Grenzen…wie sollte unter Trainer Dieter Hecking so etwas wie Spielkultur oder Torgefahr entstehen?

Dazu die Kaderplanung:

23 Millionen Euro für einen französischen Stürmer, der die Bundesliga nicht kennt?

Ein Florian Neuhaus, der in der zweiten Liga klasse Leistungen gezeigt hat, aber es war eben nur zweite Liga?

Dazu ein weiterer Schweizer Nationalspieler, der sich schon im ersten Training verletzte?

Stolzer Blick zurück – volle Kraft nach vorn!

Aus der ohnehin schon wackeligen Defensive wurde dann auch noch unsere 1,99 Kante Vestergaard verkauft.

Doch im Gegensatz zur Nationalmannschaft gab es bei uns ihn: DEN NEUSTART.

Personell hat der Trainer nicht viele Spieler ausgetauscht, zumindest wenn man einfach nur die Namen betrachtet. Doch sind die Spieler nicht mehr die, die sie einmal waren.

Das neue Spielsystem 4:3:3 macht die komplette Mannschaft stärker. Dabei liefert Jonas Hofmann das beste Beispiel. Wir haben ihn stark kritisiert, teilweise übertrieben aber auch oftmals zurecht. Bei der wohl besten Lunge der Liga passt momentan (fast) alles, so auch im Spiel in München. Er lief permanent seine Gegner an, ließ nie locker und belohnte sich sowie die Mannschaft mit zwei Assists.

Ohnehin ist nun wieder etwas da, was in der Vorsaison gefehlt hat: Leidenschaft.

Egal ob die Spieler Hazard, Herrmann oder Plea heißen, alle arbeiten mit nach hinten. Nur so bleibt das Spielsystem kompakt. Dass wir verwundbar sind, hat indes das Spiel an der Spree gezeigt. Dort stimmten weder Abstände noch die Zuteilung in der Defensive – mit dem 2:4 waren wir sogar noch gut bedient.

Doch auch dort erzielte man zwei Tore, dies liegt neben Hazard vor allem an unseren Top Neuzugang: Alassane Plea. Ein Stürmer, der aus dem Nichts Tore erzielen kann und mit seiner Schusstechnik uns zum Staunen bringt. Dazu macht er die Bälle fest und verteilt sie zum Teil überragend.

Doch auch wenn wir gerade wieder träumen, noch ist die Saison jung und erst 7 Spiele gespielt – Doch es kann sehr gerne so weiter gehen!