Auswärts-Support der Borussia

Gladbach-Bern 6:1 Stimmung

Monats-Archive: September 2015

Hurra, hurra, die Gladbacher sind (wieder) da! Auswärtsdreier in Stuttgart

Was für eine emotionale Achterbahn, in der sich Verantwortliche, Spieler und Fans des VfL gerade befinden. Binnen einer Woche hat sich viel getan bei unserem VfL. Erst der Boykott des Derbys, verbunden mit einer durchaus beeindruckenden Demo, aber auch verbunden mit einer erneuten Niederlage, und die ausgerechnet beim FC Köln. Null Punkte. Letzter. Nach fünf Spielen. Und wer schon dachte, das Wochenende kann nicht schlimmer werden, sah sich getäuscht. Die trotz sportlicher Misere völlig unerwartete Meldung, dass Lucien Favre aufhört, schlug ein wie eine Bombe und wirkte zunächst wie ein verspäteter Aprilscherz.  Wir wollen an dieser Stelle hier den Abgang von Lucien Favre nicht tiefergehend analysieren, die Beweggründe, oder besser die wahren Beweggründe kennen wir nicht. Sagen wir ganz einfach „Merci Lucien!“ So wie der Abgang verkündet wurde, hat doch etwas überrascht. Überrascht hat uns hingegen nicht, dass Max Eberl seinen Vertrag verlängert hat und dass er der plötzlichen Situation geschuldet mit André Schubert zunächst einen Interimstrainer aus den eigenen Reihen installiert hat.  Ein völlig anderer Typ, dieser André, aber einer, der es geschafft hat, den Spielern wieder etwas mit auf den Weg zu geben, was verloren gegangen war. Der Glaube an die eigene Stärke, der Mut und die Kampfbereitschaft, die Leidenschaft!  Beim Spiel gegen Augsburg Mal so eben innerhalb 16 Minuten 4 Tore, Hut ab. Und dann eben auch der damit verbundene Sieg. Balsam für unsere Seelen. Wir mögen ja hartgesotten sein, wir Fans in Gladbach, aber wir haben uns in den letzten Jahren schon daran gewöhnt, erfolgreich zu spielen. Aber ein Spiel, ist das gleichbedeutend mit der Wende zum Guten? In diesem Fall hier offensichtlich ja, denn auch beim drauffolgenden Auswärtsspiel in Stuttgart wurde mit viel Kampf und Leidenschaft (und sicher auch einer Portion Glück) ein 3:1 Sieg eingefahren. Sinnbildlich ein Raffael, der bis letzte Woche noch über den Platz schlich wie ein geprügelter Hund, stürmte beim Eckball in unsere Fankurve und gestikulierte wild, dass wir noch mehr anfeuern müssen. Noch mehr, Junge, das ging kaum noch!! Als Dank schoss er für uns das Siegtor in der letzten Spielminute und holte sich im Gästeblock eine ordentliche Bierdusche ab!  Oder ein Granit Xhaka, dem man die Kapitänsbinde doch  nie mehr abnehmen sollte. Er ist der Leader! Ohne Zweifel. Der Block in Stuttgart bebte, es gibt nichts Schöneres als einen Sieg, der so wie dieser hier Last Minute eingetütet wird. Vor allem auch für uns Fans, wenn man danach noch 6 Stunden Rückfahrt nach Hause hat. Borussia hat tatsächlich ein anderes Gesicht seit einer Woche, oder auch nicht. Es ist doch eigentlich ein bekanntes Gesicht, das wir auch unter Lucien Favre kannten. André Schubert hat es wieder hervorgebracht, zum Lächeln gebracht. Ruhig, sachlich, cooler Typ. Das waren harte Wochen. Für uns alle. Aber jetzt geht es erst so richtig los. Mittwoch dann Champions League. Gegen Manchester City. Der Kopf ist aber wieder oben… Das war vor einer Woche noch ganz, ganz anders!

Stellungnahme Vennatic Mönchengladbach zum Derby-Boykott

Im Lager des Fanclubs  Vennatic  herrscht, wie vermutlich bei vielen Fanclubs, eine geteilte Meinung zum Boykott. Fakt ist aber: Keiner von unserem Fanclub wird das Derby live im Kölner Stadion verfolgen. Ursächlich hierfür ist aber in erster Linie die unglaubliche Gewalt am Gästeeingang, die ein Teil unserer Mitglieder beim letzten Aufeinandertreffen in Köln erfahren durften.  In zweiter Linie sahen wir ohnehin aufgrund des reduzierten Kontingents wenig Chancen, überhaupt an Karten zu kommen.  Sicherlich mehr als begründet, denn beim letzten Spiel in Köln gab es zwar das volle Kontingent an Gästetickets, aber wir bekamen nur ganz wenige Tickets als Club zugeteilt. Die Nachricht, dass das Kontingent gekürzt wurde, hat für uns das Derby endgültig ad acta gelegt. Wir fahren nicht zum Derby nach Köln. Weil wir nicht können (mangels Karten), aber auch  weil wir nicht wollen (wegen den Krawallen).

Indirekt boykottieren wir also das Derby, so wie einige hundert andere Clubs auch, wenn auch aus anderen Gründen. Oder sind die Gründe vielleicht sogar dieselben? Denn es geht ja unter anderem auch darum, dass nicht willkürlich bzw. ohne Grund Kontingente an Gästetickets gekürzt werden. Auch wir sind der Auffassung, dass die Strafe die falschen trifft. Wir haben den Platzsturm der Kölner nicht zu verantworten. Abgesehen davon, dass sich unsere Fans nach dieser Aktion fantastisch ruhig und deeskalierend verhalten haben. Aber wie heißt es so schön, mitgehangen, mitgefangen. Die Strafe ist unverhältnismäßig, weil wir uns nichts zu Schulden haben kommen lassen, jedenfalls nichts, was diese Strafe in dieser Form auch nur ansatzweise rechtfertigt. Die Tatsache, dass auch wir im Stadion waren, als die Kölner den Platz stürmten, reichte wohl aus, um uns mitschuldig zu machen.

Die Personalisierung von Gästetickets sehen wir da nicht ganz so kritisch wie viele andere, in Zeiten wie diesen ist damit zu rechnen, dass das künftig bundesweit ein Thema sein wird. Wenn es der Sicherheit dient, bitte sehr.

Aber ist ein Boykott das richtige Signal? Schaden wir uns am Ende nicht gar selbst und vor allem unserem Team, gerade jetzt?

Bauchschmerzen bereitet uns auf jeden Fall die Tatsache, dass gerade der Support in Köln einer der wesentlichen Säulen unserer dortigen Erfolge war.  Die Bauchschmerzen werden zu Koliken, weil unser VfL katastrophal in die Saison gestartet ist und nach der Pleite zu Hause gegen den HSV am Boden liegt. Es gibt sicher bessere Zeitpunkte für Boykotts oder zu setzende Zeichen, keine Frage.  Wir sind aber sicher, dass die Initiatoren des Boykotts und alle die, die dem Aufruf folgen, mindestens genau solche Schmerzen verspüren, wenn nicht noch schlimmeres. Denn für  Allesfahrer und Ultrafans muss es ein gewaltiges Opfer sein, ausgerechnet ein Derby sausen zu lassen. Genau diese Fans haben unseren Jungs trotz der wirklich desolaten Leistung ehrlichen Applaus gespendet,  als die Niederlage gegen den HSV nicht mehr abzuwenden war. Andere Fußballexperten im Oberrang quittierten die Leistung mit Pfiffen, oder noch schlimmer, verließen das Stadion zwanzig Minuten vor Schluss. Fankultur? Ohne diese hartgesottenen Fans direkt hinter dem Tor stirbt sie, die Gladbacher Fankultur. Zumindest stirbt aber etwas, was den Fußball so faszinierend macht. Die Stimmung. Vor allem dann, wenn es mal nicht so läuft. Es war beeindruckend, was da beim Spiel gegen den HSV und vor allem danach aus Block 16 kam.  Mut machende Anfeuerungen!

Wir sind uns leider nicht sicher, ob die Aktion den gewünschten Erfolg bringt und befürchten, dass sie  sogar zum Bumerang werden kann. Denn keine Fans = keine Krawalle. Das wird, und da muss man kein Prophet sein,  ein nüchternes Resultat des Derbys sein. Für die Zukunft wünschen auch wir uns nicht mehr und nicht weniger als Derbys mit Fans aus beiden Lagern, mit Stimmung, Choreos, ohne Kartenbeschränkungen und vor allem ohne blinde und dumpfe Gewalt. Die Boykott-Aktion scheint ja auch im Kölner Fanlager angekommen zu sein, man kündigt zumindest an, auf Stimmung und Choreo zu verzichten.  Abwarten. Vielleicht wäre es noch beeindruckender, wenn auch dort boykottiert werden würde. Kölner und Gladbacher im Schulterschluss. Ein schier undenkbares Szenario.  Aber vielleicht liegt genau da der Schlüssel. „In der Sache vereint.“ Man muss sich nicht zwingend mögen, aber es wäre wünschenswert, wenn all die negativen Randerscheinungen rund ums Derby künftig der Vergangenheit angehören. Keine Attacken auf Fanbusse, keine Überfälle auf Normalofans, kein Platzsturm und kein Fahnenklau. Und trotzdem Stimmung ohne Ende, mit Choreo und Schmähgesängen, wenn Derby-Time ist.

Ob der Boykott dies bewirken kann? Schwer zu sagen. Eins ist ja klar, wenn man friedlich miteinander umgehen würde, wären all die Themen erst gar nicht aufgekommen und alle Fans würden sich auf das Derby freuen. Vielleicht hilft der Boykott aber, dass die beiden Fanlager auf einer bestimmten Ebene „zueinander finden“. Nicht falsch verstehen, eine Fanfreundschaft ist garantiert nicht damit gemeint.

Auch wenn wir als Fanclub in der Sache mehr als gespalten sind und ein Teil von uns den Boykott für unverhätnismäßig oder auch falsch hält, wir respektieren den mutigen Schritt zum Boykott, erhoffen uns den gewünschten Erfolg und wünschen im Sinne aller Borussenfreunde, dass es einen solchen Boykott dann nie mehr geben muss. Sportliche Grüße aus Venn.

Vennatic MG, Vorstand

 

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