Auswärts-Support der Borussia

Gladbach-Bern 6:1 Stimmung

Monats-Archive: August 2016

Saisonprognose 2016/17

Am Freitagabend war es wieder soweit: Die 54. Fußball-Bundesliga Saison wurde mit dem Eröffnungsspiel der Bayern gegen die Werderaner angepfiffen. Für uns Borussen geht es dann heute Abend so richtig los. Direkt zu Beginn erwartet uns mit Bayer 04 eine Topmannschaft. Endlich wird wieder gesungen, geklatscht und hoffentlich auch gejubelt. Auch die EM konnte unsere Bundesliga in keinster Weise ersetzen. Im Gegenteil, sie hat uns noch länger warten lassen als ohnehin schon. Die Zeit für eine Saisonvorschau  ist gekommen.

 

Platz 18: Darmstadt 98

Es hat dann doch (fast) alle überrascht, dass die Darmstädter letzte Saison die Klasse halten konnten. Dass der Klassenerhalt bereits am 33.  Spieltag vorher eingetütet war, grenzte an ein kleines Wunder. Und dann gab es ja noch einen gewissen Sandro Wagner. Zuvor an allen Stationen gescheitert, und das waren nicht wenige, erzielte er in der abgelaufenen Spielzeit ganze 14 Treffer. Für einige Tore konnte er nichts, er hat es einfach manchmal nicht mehr rechtzeitig geschafft, dem Ball auszuweichen.  Aber man muss schon zugeben, dass Sandro Wagner auch richtige und für Darmstadt wichtige Tore geschossen hat. Nun hat Wagner bei der TSG Hoffenheim einen Vertrag unterschrieben. Hoffentlich verdient er dort genug, sodass er endlich mit seinem Gehalt über die Runden kommt. Man hat sich schließlich schon Sorgen um den arrogan…eh selbstbewussten Stoßstürmer gemacht.

Als Ersatz für Lord Wagner wurde Sven Schipplock geholt. Zudem kauften sie mit Änis Ben-Hatira eine Kämpfernatur, die auch zu den Lilien passen könnte. Allerdings mussten sie die Startelfkandidaten Rajkovic, Kempe, Mathenia, Caldirola und Rausch abgeben. Ihren besten Verteidiger, Aytac Sulu, konnten sie behalten.

Trotzdem wird es Darmstadt ohne Trainer Dirk Schuster wohl nicht schaffen, die Klasse zu halten. Kampf, schön und gut. Aber irgendwo fehlt dann doch insgesamt die Qualität.

 

Platz 17: FC Ingolstadt

Den schwerwiegendsten Abgang musste der erst 2004 gegründete Verein mit dem Wechsel Ralf Hasenhüttls verkraften. Zusätzlich wurden auch bei Ingolstadt fünf Startelfkandidaten (Hübner, da Costa, Özcan, Engel, Kachunga (Leihe)) für sehr überschaubares Geld abgegeben. Unter den Neuverpflichtungen ist den meisten (wenn überhaupt) nur der offensive Mittelfeldspieler Sonny Kittel bekannt. Auch dort wird die Qualität wahrscheinlich nur für den 17. Platz reichen. Und das ist auch gut so. Diesen Verein braucht wohl niemand in der Bundesliga. Wir erinnern uns alle noch an die Schauspieleinlagen der Schanzer aus dem Hinspiel, sowie den stolzen 300 Gästefans.

 

Platz 16: Werder Bremen

Und das tut mir wirklich leid, da ich seit Jahren Sympathien für die Bremer hege. Vor einigen Jahren war Werder quasi unser Vorbild, nun haben sich die Kräfteverhältnisse um 180 Grad gedreht. Und man fragt sich: Was macht ihr da, wollt ihr enden wir der HSV?

Mit Vestergaard (Bekanntlich zu uns) und Galvez wurden gleich zwei Innenverteidiger abgegeben. Wahrscheinlich werden die Neuverpflichtungen das nicht kompensieren können.  Die Abgabe Ujahs wird den Bremern auch schmerzen. Vor allem da sich der Neu-Bremer Max Kruse verletzt hat und acht Wochen ausfallen wird. Vielleicht schafft er es  in der Zwischenzeit, zum Friseur zu gehen, das geht ja gar nicht mehr… Pizza wird leider auch nicht jünger und ob der neue Mann Florian Kainz von Rapid wirklich so viel Potential hat?!

Jedenfalls brodelt es nach dem Pokalaus mächtig in Bremen: Aus dem Gästeblock in Lotte konnte man schon „Skripnik raus“ Rufe vernehmen. Mal schauen, wie lange es noch dauert und ob die Reisleine rechtzeitig gezogen wird. Dass die Werderaner gestern in Bayern verlieren würde, war auch den optimistischsten Werder –Fans bewusst. Aber die Art und Weise hat dann doch jeden erschrocken. Mit dem 0:6 waren die Bremer noch gut bedient, das sagt wohl alles.

 

Plätze 15-13: Freiburg, Augsburg, Frankfurt

Bis zum Schluss werden diese drei Teams gegen den Abstieg kämpfen müssen. Freiburg wird diese Saison noch durchhalten, ehe es eine Spielzeit später wahrscheinlich nicht mehr reichen wird. Man darf sich allerdings wieder auf die Interviews mit Christian Streich freuen. Die Augsburger spielen gefühlt seit Jahren über ihren Verhältnissen. Nach Startschwierigkeiten wird es der neue Trainer Dirk Schuster aber schaffen, das Abstiegsgespenst zu vertreiben.

Für die Gebrüder Kovac beginnt ihre erste komplette Saison mit den Frankfurtern. Diese wird ebenfalls schwierig, sodass sie am Ende im unteren Mittelfeld landen werden.

 

Plätze 12-7:  HSV, Köln, Hertha, Wolfsburg, RB, Hoffenheim

Die Hamburger werden eine solide Saison ohne Abstiegssorgen spielen. Mit dem Kühne-Geld wurden die  Verpflichtungen von Kostic und Halilovic gestemmt. Für mich hat es schon einen faden Beigeschmack, dass solch ein Traditionsclub und der Dino der Bundesliga nun immer mehr Geld von einem Investor bekommt. Den meisten Hamburg Fans wird dies auch nicht gefallen.

Unsere Erzrivalen aus der Domstadt spielen weiterhin solide und werden einen Platz im Mittelfeld erreichen. Für die internationalen Ränge reicht es trotz der Träumerei einiger Kölner (noch) nicht. Auch als Gladbacher muss man anerkennen, dass sich der Effzeh vom reinsten Karnevals- und Chaosclub zu einem guten Bundesligateam gemausert hat. Dass Jonas Hector auch noch verlängerte, untermauert dies nochmals.

Das Überraschungsteam: Hertha BSC. Letzte Saison standen die Hauptstädter lange auf Platz vier, ehe sie in der Rückrunde mächtig nachgelassen haben. Sie spielen trotz der überdurchschnittlichen Spielzeit in der nächsten Saison  nicht europäisch. Die Quali gegen den dänische Club Brondby wurde beinahe kläglich vergeigt.  Immerhin kann man sich somit komplett auf die Bundesliga konzentrieren.

Wie der VW Konzern wird auch der VfL Wolfsburg weiter abstürzen. Die Innenverteidiger Dante (zu Favre nach Lille) und Naldo sind gegangen und eigentlich will wohl jeder Spieler weg. Der Neu-Wolfsburger Gomez sagte bereits in einer Pressekonferenz, dass man sich nächstes Jahr wieder zusammensetzt, sofern Europa nicht erreicht wird. Wer möchte auch vor diesem Publikum spielen? Der Tiefpunkt der Wolfsburger Anhänger war dann beim El Plastico zwischen Sinsheim und eben jenen Wolfsburgern erreicht: Ganze 180 Personen fanden den Weg in den Gästeblock…mehr muss man nicht sagen.

Und dann gibt es ja noch einen weiteren traditionsreichen Club: RB Leipzig

Nein, die beiden Buchstaben stehen natürlich nicht für den Industrieplörre-Hersteller aus Österreich. Die Abkürzung bedeutet soviel wie „Rasenballsport“, wie könnte es auch anders sein. Als Fußballfan fragt man sich, wo die Stadionbesucher eigentlich herkommen. Was haben sie früher gemacht, waren sie Fußballfans anderer Vereine? Oder haben sie schon Jahrzehnte darauf gewartet, dass ein Unternehmen eine Fußballfiliale in Leipzig aufmacht? Zum Thema RB wird noch eine Stellungnahme folgen. Jedenfalls wird es für sie (hoffentlich) nicht für Europa reichen.

Wir bleiben bei den Traditionsclubs, da darf die TSG 1899 Hoffenheim natürlich nicht fehlen. Der eben schon ausführlich angesprochen Sandro Wagner geht jetzt für die Breisgauer auf Torjagd. Allerdings kann er nicht an die letzte Saison anknüpfen und 3 Hoffenheimer singen: „Schießt der Wagner ein Tor, singen alle im Chor, ihr habt die schlechteste Abwehr der Welt“. -> Mittelfeld

 

Platz 6: Mainz

Für die Mainzer geht es diese Saison erneut nach Europa. Die großen Namen sucht man im Team vergebens, aber trotzdem kann der FSV die Zuschauer wieder mit vielen Toren begeistern. Ich bin gespannt, wie sie sich in der Euro-League schlagen werden und drücke ihnen die Daumen.

 

Platz 4-5: Gladbach

Jetzt kommen wir zu unserer Borussia aus Mönchengladbach. Für die Abgabe unseres Leaders Granit Xhaka kassierten wir etwa 45 Millionen von dem Fernsehgeld-Konto der Gunners. Hätte mir jemand vor drei Jahren erzählt, dass Granit mal für solch eine Summe wechseln würde, hätte ich ihm wahrscheinlich den Vogel gezeigt. Teile des Geldes flossen in die Rückkehr von Christoph Kramer. Er scheint etwas in Leverkusen vermisst zu haben. Jeder Fußballfan weiß wohl, was er damit meint…Willkommen zurück Chris. Eberl und Schubert beteuern, dass der 1,91 Meter Schlacks Granit nicht ersetzen soll und das auch nicht kann. Er wird seine Stärken bei uns einbringen: Kämpfen, laufen, die Defensivarbeit und auch die Kopfballstärke. Experten nennen ihnen einen „Box to Box“ Spieler. Einer, der in die Lücken geht.

Für 12,5 Millionen Euro  holte Eberl Yannik Vestergaard von der Weser zu uns. Mit knapp zwei Metern ist er der größte Spieler in Borussias langer Historie. Auch er wird uns noch Freude bereiten. Genau wie Tobias Strobl. Zugegen, ich habe ihn bei der Aufzählung der Verpflichtungen oft unterschlagen. Kaum einer hatte ihn wirklich auf dem Schirm. Doch plötzlich steht er in der Startaufstellung im Hinspiel der Champions-League-Quali. Wohlbemerkt anstelle Mo Dahouds, das sagt schon einiges. Tobi Strobl kann den Abgang Howie „Nordfights“ quasi 1:1 ersetzen. Und das auch noch ablösefrei, klasse Max!

Hinzu kommen noch die Transfers zweier großer Talente: Mamadou Dououré, sowie Lazlo Benes. Dabei handelt es sich wieder um zwei typische Eberl-Transfers. Doucouré sollte eigentlich seinen Profivertrag bei PSG unterschreiben, doch unser Manager hat ihn bereits im Vorfeld an den linken Niederrhein gelockt. Bei uns hat er gewiss eine bessere Perspektive. Es ist einfach schwierig bis unmöglich, an Thiago Silva oder David Luiz vorbeizukommen. Auch Benes gilt als eines der größten Talente im europäischen Fußball. Davon können uns beide gerne überzeugen J

 

Platz 4-5: Schalke

Nein, Schalke gehört nun wirklich nicht zu meinen sympathisierten Clubs, ganz im Gegenteil. Aber mit Heidel wurde ein Manager geholt, welcher in Mainz hervorragende Arbeit geleistet hat. Nach über 20 Jahren Zusammenarbeit mit den Mainzern möchte er es nochmal bei  einem neuen Verein versuchen. Eine Aneinanderreihung von Schicksalsschlägen hat ihn zum Wechsel bewegt. Er transferierte den von Europa gejagten Schweizer Breel Embolo in den Ruhrpott. Ob sich die investierten 22 Millionen Euro lohnen? Man wird es sehen. Ein starker Transfer stellt Naldo da, welcher ablösefrei von den Wolfsburgern losgeeist wurde.

Eine Verbindung zwischen Schalke und Gladbach:

Als Lucien Favre überraschend nach dem 5. Spieltag der letzten Saison das Handtuch geworfen hat, stellte sich plötzlich auch eine Trainerfrage in Mönchengladbach. Für die nächsten Spiele sollte Interimslösung André Schubert einspringen. Spekulationen über den Nachfolger von Lucien Favre breiteten sich aus. Das große Erbe konnte schließlich nicht vom Trainer der zweiten Mannschaft übernommen werden. Dann stand Schuberts erstes Spiel an: 20. Minute …..Borussia? VIER! Augsburg? NULL! Es folgten sechs weitere Siege und ein Profivertrag für André Schubert.

Ohne diese Serie würde wohl heute Markus Weinzierl auf der Bank Borussias sitzen. Nun trainiert er die Königsblauen. Wie Jens Keller und André Breitenreiter  passt auch Weinzierl nicht so wirklich nach Schalke. Denn in Gelsenkirchen werden gerne mal Trainer entlassen, die eigentlich gute Leistungen erbracht haben. Doch die Ansprüche im Umfeld scheinen einfach zu hoch und nicht erfüllbar zu sein.

 

Platz 3: Bayer Leverkusen

Die Werkself musste keine Stammspieler ersetzen. Lediglich Christoph Kramer wurde bekanntermaßen von uns zurückgekauft. Doch auf der Doppelsechs sind die Leverkusener mit Arranguiz, Kampl, Bender und Neuzugang Baumgartlinger gut besetzt. Mit Kevin Volland holten sie einen vielseitig einsetzbaren (bzw. laut Favre polyvalenten) Offensivmann.  Zudem verstärkt der Österreicher Aleksandar Dragovic die Innenverteidigung. Leverkusen wird mit den Dortmundern um den zweiten Platz kämpfen, muss sich aber letztendlich geschlagen geben.

Den Kontrast zur guten Mannschaft bilden ihre Fans. Nur 2.600 Leverkusener werden ihren Verein heute nach Gladbach begleiten. Bei Sonne, keine 50 Kilometer Luftlinie und einem Samstag sollte eigentlich ein voller Gästeblock drin sein. Nicht so in Leverkusen.

 

Platz 2: Borussia Dortmund

Der BVB hat gleich drei Stammkräfte abgegeben (Hummels, Gündogan, Mkhitaryan) und somit Rekordablösen erzielt. Sorgen muss man sich beileibe nicht um die Dortmunder machen. Sie haben mit dem Geld einen Mix aus gestanden Bundesligaspielern (Schürrle, Götze, Rode) und interessanten Perspektivspielern (Dembélé, Mor, Guerreiro) den Kader weiter verstärkt. Für die Defensive wurde Marc Barta, ein Innenverteidiger aus der Barca-Schule, gekauft. Für den Angriff auf die Bayern wird es trotzdem nicht ganz reichen, es könnte allerdings enger werden als letzte Saison.

 

Platz 1: Bayern

Was soll man auch anderes sagen?

Neuer, Lahm, Hummels, Boateng, Alaba, Alonso, Vidal, Sanches, Ribéry, Müller, Lewandowski und und und. Wer soll in der Bundesliga vorbeikommen? Vielleicht wäre es möglich, wenn andere Vereine außer Gladbach, der BVB, Mainz und Leverkusen sich nicht schon im Vorfeld geschlagen geben würden.

Die Bremer wurden gestern mühelos vorgeführt. Na gut, jetzt könnte man sagen, dass wahrscheinlich auch Rot-Weiß-Venn die Werderaner in dieser Verfassung geschlagen hätte.

Aber leider werden wir auch 2017 wieder eine emotionslose Meistereier auf dem Münchner Marienplatz sehen.

Ich lasse mich sehr gerne eines Besseren belehren.

Gut Kick, MK

 

 

 

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