Auswärts-Support der Borussia

Gladbach-Bern 6:1 Stimmung

Monats-Archive: September 2016

RB Leipzig: Fußball aus der Retorte und seine Folgen

Für das heutige Auswärtsspiel in Leipzig wird es, angelehnt an das Gründungsjahr, einen neunzehnminütigen Protest der Gladbacher Fanszene geben. Außerdem werden Motttoschals  für je einen Fünfer zu erwerben sein. Diese Aktion wurde sowohl von Sottocultura, als auch vom FPMG ins Leben gerufen. Das Motto: „Alle nach Leipzig- Scheiss RB.“  Die Wortwahl ist zumindest für das Fanprojekt recht ungewöhnlich, trotzdem hat die Abneigung gegen RB seine durchaus berechtigten Gründe.

 

Rückblick, wir schreiben das Jahr 2009. Der Red Bull Konzern, welcher bereits sein Geld in sämtliche Sportarten investiert hat, gründet eine neue Filiale in Leipzig. Dadurch soll ihr Produkt weiter vermarktet und noch bekannter gemacht werden. Aus Sicht der Marketingabteilung bietet sich Leipzig ideal als Standort für ein solches Projekt  an. Die ostdeutsche Stadt gilt als attraktiv und bietet mit ihren 560.000 Einwohnern ideale Rahmenbedingungen. Dazu kommt, dass die beiden Leipziger Vereine Lok und Chemie lediglich in den unteren Ligen rumdümpeln. Und nun kommen wir zum ersten Kritikpunkt: Zur Saison 2009/10 kauften Red Bull dem SSV Markranstädt (!)  die Lizenz für die Oberliga ab. Dadurch konnte sich RB einige Jahre Kreisliga ersparen.

 

Während sich andere Vereine ihre Sponsoren erarbeiten und erspielen müssen, steht dem Verein quasi beliebig viel Geld zur Verfügung. Daher muss zwingend zwischen Sponsoren und Investoren unterschieden werden. Je erfolgreicher der Verein wird, desto mehr und vor allem größere Sponsorenverträge werden an Land gezogen. Der Erfolg wird im Normalfall selbst erarbeitet.

 

Borussia Mönchengladbach und andere Traditionsvereine sind aus dem Spaß und der Leidenschaft am Fußball entstanden. Es gab zuerst den Verein, und irgendwann danach die Sponsoren. In Leipzig ist es genau anders herum: Der Investor Red Bull erfand den Verein aus Marketing-Gründen. Das Konstrukt ist somit, neben Red Bull New York und Salzburg das dritte Spielzeug des Unternehmens von Dietrich Mateschitz. Hierbei beschränke ich mich ausschließlich auf den Fußball, da ich zu den anderen Sportarten nichts sagen kann.

 

Um den Auflagen der DFL gerecht zu werden, wurde das Logo von RB Leipzig minimal verändert. Der Verein darf zudem nicht Red Bull Leipzig heißen, da dies unzulässig wäre. Stattdessen soll die Abkürzung RB für „Rasenballsport“ stehen. Ein Wort das  ich, und da bin ich sicherlich nicht der einzige, bis dato noch nie gehört habe. Damit tanzt das Unternehmen der DFL ordentlich auf der Nase herum. Zudem wird die in den Statuten der Deutschen Fußball Liga festgelegte 50+1-Regel mit Füßen getreten, da 99% des Vereins der Red Bull GmbH gehören. Es ist außerdem nicht möglich, stimmberechtigtes Mitglied bei RB Leipzig zu werden. Wie kann man sich mit einem Verein identifizieren, der es den Unterstützern nicht mal erlaubt Mitglied zu sein?

 

Trotzdem sprechen einige Menschen von einer Chance für den Osten. Das Spiel an einem Mittwoch ist restlos ausverkauft, was zumindest bemerkenswert ist. Jemanden wie mir stellt sich indes die Frage, was die Menschen vorher gemacht haben. Der Großteil der Anwesenden wird aus Leipzig kommen. Doch was haben die Menschen zuvor gemacht? Wahrscheinlich haben sich einige bis vor ein oder zwei Jahren nicht für den Fußball interessiert. Nun, wo der Verein plötzlich Bundesliga spielt, wird der Fußball Woche für Woche konsumiert. Allerdings nur solange, wie der Verein auch erfolgreich ist. Das Problem daran: Der Verein wird Erfolg haben, da die Verantwortlichen (ausschließlich sportlich) „Geld und einen Plan“ (Zitat Max Eberl, übrigens alles Gute zum Geburtstag) haben. Der Verein könnte somit nur von der DFL oder von Red Bull selbst gestoppt werden. Letzteres geschieht dann, wenn Red Bull ein weiteres  größeres Konstrukt beispielsweise in England aufbaut. In Leipzigs Kader stehen acht Spieler, welche bereits für Red Bull  Salzburg aufgelaufen sind. Es wäre zumindest nicht verwunderlich, wenn die Filiale in den nächsten  Jahren einfach geschlossen wird. Für Leipzig wäre das Szenario allerdings nur Wunschdenken, da das Projekt scheinbar funktioniert.

 

Der weitere Teil der Unterstützer könnten Menschen sein, welche vorher bzw. immer noch Fan eines anderen Vereins sind. Und da bin ich der Überzeugung: Als richtiger Fußballfan kann man den Verein nicht einfach wechseln. Man steht zum Verein in guten wie in schlechten Zeiten.  Die zweite Theorie, zwei Vereine zu unterstützen, ist auch aus der Ansicht eines Fans makaber. Man kann durchaus Sympathien für andere Vereine entwickeln (bei mir Werder Bremen) aber niemals Fan zweier Mannschaften sein.

 

Zu den Kommentaren der RB Anhängerschaft: „Ihr seid doch nur neidisch, weil euer Team nicht erfolgreich ist“. „Euer Team“ ist dabei nicht auf Borussia bezogen, sondern eher auf Mannschaften wie den VfB Stuttgart oder auch den 1.FC Kaiserslautern. Die Verantwortlichen haben die Probleme sicherlich nicht in den Griff bekommen und sind an den Miseren auch größtenteils selbst schuld. Sicherlich sind die Fans frustriert, aber neidisch? Neid ist immer ein schlechter Begleiter, und wer ist überhaupt auf andere Vereine neidisch? Normalerweise hört man diese Sprüche nur aus München. Und selbst auf die ist kein wirklicher Fußballfan neidisch. Man kann Erfolg anerkennen und freut sich über die Siege und Erfolge der eigenen Mannschaft. Und jemand, der zuvor noch nie Fußball geschaut hat, hat nicht das Recht, andere als neidisch darzustellen.

 

Fakt ist. Ohne die finanziellen Mittel hätte es RB niemals geschafft bis in die Bundesliga zu kommen. Das Konstrukt hat im letzten Jahr 50 Millionen Euro für neue Spieler auszugeben, ohne einen einzigen Spieler abzugeben. Dies wäre für keinen Aufsteiger möglich und ist ein klarer Eingriff in den deutschen Fußball und dessen Mechanismen. Wenn weitere Unternehmen ihr Marketingbudget in den Fußball stecken, werden immer mehr Traditionsvereine auf der Strecke bleiben. Irgendwann erwischt es auch die, welche eigentlich alles richtig gemacht haben. Ihnen fehlte nur das Geld.

 

Und wer möchte schon Spiele zwischen Nutella Düsseldorf und Deutsche Bank Frankfurt sehen? Ich nicht!

Die Premiere League in England muss dabei als mahnendes Beispiel dienen. Das, was dort abgeht, hat mit dem Fußball, den wir lieben, nicht mehr viel gemein. Denkt mal drüber nach.

 

Marvin K.

 

 

 

 

 

Borussia lässt niemanden im Regen stehen – Ausflug nach Manchester mit bleibenden Eindrücken

 

 

Stefan berichtet von seinem unvergesslichen Ausflug nach Manchester

 

 

Nach jahrelangen erfolglosen Gewinnspielteilnahmen ist es mir endlich gelungen. Nicht in Kopenhagen sondern in Dülken klingelt das Telefon: “Sie sind ein Glückspilz ” Der Preis: Flug, Hotel, VIP Tickets zum Spiel unserer Borussia nach Manchester , der Wahnsinn.
Bei Sonnenschein und 35 Grad ging es in die Stadionloge, Sitzplätze – Essen – Trinken – alles wunderbar…..Ok es fängt an zu regnen und donnern, ok das Spielfeld steht unter Wasser, die ersten Borussen Fans kommen total durchnässt in den Gästeblock, wo sind die City Fans? Ok, das Spiel könnte ja eine halbe Stunde später anfangen….nix da “The game is suspended”.
Welch ein Schock, der Frust sitzt tief doch die Fans nahmen die Situation friedlich an und feierten die Mannschaft im ansonsten fast menschenleeren Stadion.
Dann die Entscheidung, morgen geht es weiter, leider ohne ein Großteil der Fans welche die Heimreise antreten müssen.
Ich durfte bleiben, tagsüber traf man sich in der “Sinclair’s Oyster Bar”, selbst Vize Rainer Bonhof und Gf Stephan Schippers guckten vorbei.
Doch hiervon noch nicht genug, vor Spielbeginn begrüßte unser Sportdirektor Max Eberl die restlichen 400 Borussen Fans in der Gästekurve mit Handschlag, ganz großes Kino!
Borussia lässt niemanden im Regen stehen (für den Spruch zahlt Stefan ins Phrasenschwein, die Red.) und erstattet allen in Manchester anwesenden Fans den Ticketpreis, eine tolle Geste, stark “Wir sind Borussia”.
Der Ausgang des Spiels ist bekannt.

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