Auswärts-Support der Borussia

Gladbach-Bern 6:1 Stimmung

Durchatmen. Wunden lecken. Durchstarten!

Der Sieg in Leverkusen war, im Rückblick, die Initialzündung für das, was danach kam. Für etwas, was uns Gladbach-Fans schlichtweg seltsam und merkwürdig vorkommt. Plötzlich auswärtsstarkl! Und wie…  Siege in Ingolstadt, in Bremen, in Fürth, in Florenz und in Hamburg brachten uns in der Tabelle in die Nähe der Europa-Plätze, in der Euro-League bis ins Achtelfinale und im DFB-Pokal sogar ins Halbfinale.

Das 1:1 auf Schalke war fast schon ein Rückschlag, es war diesmal ausnahmsweise kein Sieg auswärts, und am Ende sollte eben dieses Ergebnis auch nicht ausreichen, gegen glückliche aber nicht unverdient „siegende“ Schalker in der Euro-League durch ein 2:2 zu Hause auszuscheiden.

Ernüchterung pur. Das Ausscheiden im Achtelfinale der Euro-League tat weh und ja, es tut immer noch weh. Es ist gefühlt so, als ob die Geschichte noch nicht zu Ende ist… Rausgerissen aus einem Traum.  Sevilla 2.0.  Wir holen den UEFA-Cup. Nichts da! Aus. Vorbei. Ein Platzfehler, ein Handspiel, das definitiv keins war… Und der Ausfall von zu vielen Spielern. Dieses Spiel gegen Schalke  reiht sich, gerade wenn man 2:0 zur Halbzeit führt und den Sieg mehr als nur vor Augen hat,  nahtlos in die vielen „Tragödien“  ein, die unser Verein und wir Fans in unserer ruhmreichen Geschichte erlebt haben oder aus Erzählungen kennen. Der legendäre Büchsenwurf, die Dramen in den verlorenen DFB-Pokalendspielen, das verlorene UEFA-Endspiel in Frankfurt, die 0:4 Niederlage in Madrid…

Was bleibt? Stolz. Ja. Aber ehrlich, eine Niederlage gegen Manchester United hätte definitiv weniger wehgetan als ausgerechnet gegen dieses Schalke. Man fühlt sich auch ein wenig betrogen um das Europokal-Feeling, auch wenn es rund um den Bahnhof in Gelsenkirchen durchaus einen – na sagen wir mal – Hauch von mediterranem Flair gab ;)

Stolzer Blick zurück. Volle Kraft nach vorn. Es geht weiter! Das 0:1 zu Hause gegen den FC Bayern war eine einkalkulierte Niederlage und man muss dem Team ein Kompliment machen, überhaupt nach dem EL-Aus nur drei Tage später dem kommenden Deutschen Meister  derart Paroli zu bieten.

Was bleibt, ist eine immer noch zu rettende Saison in der Bundesliga, denn der 6. oder 7. Platz ist trotz der verkorksten Hinrunde nach wie vor drin. Und im DFB-Pokal sind wir im Halbfinale, haben ein Heimspiel gegen Frankfurt! Absolutes Losglück, kann man da nur sagen. Sagen sich die Frankfurter aber irgendwie auch… Also aufpassen!  In jedem Fall aber eine Riesenchance, nach 1995 wieder nach Berlin zu kommen und die Hauptstadt in schwarz-weiss-grün zu hüllen.

Apropos Frankfurt.  Nach der Länderspielpause müssen wir am Wochenende gegen die Hessen in der Bundesliga ran, zu gerne erinnern wir uns noch an unseren fulminanten 5:1 Sieg.  Und da war ja noch was? Ach ja, es ist ein … Auswärtsspiel!    Und die bedeuten neuerdings in der Bundesliga auch einen Auswärtssieg!  Auf geht´s Gladbach kämpfen und Siegen!

 

 

 

 

Make Borussia great again! Unf*cking unfassbarer Sieg in Leverkusen

Leverkusen? Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte lang konnten wir Borussen dort nichts holen. Und doch gab es in den zurückliegenden Jahren zwei Partien, die wir in der niedlichen BayArena für uns behaupten durften. Doch an diesem sonnigen Samstagnachmittag hatte niemand von uns so wirklich den Glauben daran, in Leverkusen etwas Zählbares mitzunehmen. Dafür war unser letzter Auftritt beim Tabellenletzten in Darmstadt dann doch etwas mau, von den restlichen Auswärtsspielen davor ganz zu schweigen. Sei´s drum, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

 

„Samstag Mittag geht es los…“ Kurz vor drei machten wir uns mit dem Entlastungszug auf nach Leverkusen. Direkt der erste Rückschlag, der Zug hat keine Toiletten! Na super, wie gut, dass wir uns ordentlich mit Bier zugedeckt hatten ;) Nun ja, Leverkusen und sein Chemiesponsor sind ja nicht wirklich weit entfernt, das halten wir durch – oder auf, wie man es nimmt ;) .

 

Der Entlastungszug fuhr eine merkwürdige Route, so merkwürdig, dass ich noch zum besten gab „Ich wäre in die andere Richtung gefahren“. Daraufhin entgegnete Marco, der Borussia das erste Mal live auswärts erlebte: „Deshalb bist Du auch nicht der Zugfahrer!“. Nach 90 Minuten kamen wir dann doch wohlbehalten in Leverkusen an und marschierten Richtung Stadion. Auch wenn keine Würstchenbude aufzufinden war, konnte wenigstens die Fastfoodkette mit dem gelben M unseren Hunger stillen.

 

Unsere Plätze lagen schräg gegenüber dem Gästeblock, also in einem neutralen Block, war aber nicht so dramatisch, denn auch in diesem Block waren deutlich mehr Gladbacher zu finden. Mittendrin statt nur dabei!

 

Kurz vor Anpfiff fackelten dann die Leverkusener Ultras ihr eigenes Stadion ab. Ironie dabei, dass sie damit ihren Unmut über eine untersagte Choreo zeigten, die eben wegen Brandschutzauflagen nicht genehmigt wurde. Ob dadurch Argumente gesammelt wurden? Zumal auch noch ein Kameramann und eine Ordnungskraft verletzt, nennt man so etwas Kollateralschaden? Ziemlich bescheuert allemal, die Aktion, und wir hoffen dass die Verletzten wieder vollständig gesund werden.

 

Mit Verzögerung wegen der brenzligen Situation pfiff Schiri Aytekin mit markant grimmigen Gesichtsausdruck schließlich an.

 

Eine halbe Stunde lang machte unsere Elf ein klasse Spiel und hätte sogar durch Dahoud in Führung gehen können. Aber Borussia wäre nicht Borussia, wenn sie sich nicht wieder vermeidbare Gegentore fangen würde. Und so besiegelten zwei Eckballstandards innerhalb von drei Minuten unsere Niederlage. Super gespielt, plötzlich steht es 2:0, und dann noch die Vorgeschichte. Bislang hatten wir auswärts kaum was geholt, im übrigen nur jämmerliche drei Tore auswärts erzielt, was sollte hier noch passieren? Das Spiel war gelaufen. Der Frust saß tief. Die Auswärtsdeppen wieder auf Tour… Hätte uns jemand geflüstert, dass in der zweiten Halbzeit noch drei Tore fallen, hätten wir uns zumindest damit abgefunden, weniger Tore kassiert zu haben an diesem Spieltag als Darmstadt. Doch alles kam anders. Nach der Pause legten unsere Fohlen los wie die Feuerwehr. Man merkte, wie die Mannschaft brannte und den Anschluss wieder herstellen wollte. Nachdem zunächst Thorgan Hazard noch mit einer 100%igen frei vor Leno scheiterte, kochte wenig später Lars Stindl den Leverkusener Tah ab und schoss den Ball unhaltbar ins lange Eck.

 

Nun konnte man auch wirklich sehen und hören, wie viele Gladbacher unter den knapp 29.000 Zuschauern waren. Statt den kolportierten 4.000 Borussen waren wohl doch wieder locker 6.000 vor Ort. Diese sahen plötzlich eine Borussia mit Leichtigkeit, aber eben auch mit Kampf und Leidenschaft – genau wie wir es sehen wollen. Und dann folgte auch noch das erste Saisontor per Kopf, wieder durch den Kapitän, der durch Oscar Wendt grandios in Szene gesetzt wurde. Spätestens jetzt gab es kein Halten mehr, Borussia war zurück. Von den Leverkusenern war schon lange nichts mehr zu hören. Stattdessen hallten VfL-Wechselgesänge und „Mönchengladbach schalalalalalala“ durchs Rund. Heimspiel in Leverkusen!

 

Ganz ehrlich, die wenigen Leverkusener in „unserem“ Block haben uns fast schon leid getan, was da bei uns und den anderen Borussen abging… Aber was soll`s, Fußball im Stadion ohne Emotionen, da kann man direkt Sportschau oder Sky gucken. Ja, und man kann da auch stehen, selbst wenn man Sitzplätze bezahlt hat ;)

 

Apropos Emotionen: Diese zeigten gestern indes nicht nur die vielen Fans, die so lange leiden mussten, sondern auch das Team: Raffael setzte machte mit seinem 3:2 Siegtreffer den Deckel drauf auf ein denkwürdiges Match. Unf*ckingfussbar! In aller Euphorie riss unser Brasilianer sogar noch die Sottocultura Zaunfahne durch, wenn das einer ungestraft darf, dann er, der Maestro!

 

Die letzten 20 Minuten, immer wieder der Blick auf die Uhr. Reicht das? Alptraum Ecken: Jede abgewehrte Ecke wurde wie ein Tor gefeiert und dann endlich, der Schlusspfiff. Der erste Auswärtssieg der Saison war perfekt! Ausgerechnet in Leverkusen. Hammer!

 

Grinsend und heiser hieß es Rückzug, also zurück nach Gladbach. Dass die Bahn sich wieder mal verspätet, egal. Dass es plötzlich anfing zu regnen, auch egal. Dass Stindl beim Tor leicht im Abseits stand, scheiss egal. Auch Dieter Hecking konnte die Linie in der Expertenrunde bei Sky nicht erkennen ;) Und, um die Band Linkin Park zu zitieren: „In the end, it doesn`t even matter“. Und so musikalisch ging es dann auch im Zug weiter. Von „Hulapalu“ bis hin zu „Wonderwall“, also quasi mit dem „Samba-Zug“ zurück. Gerne mehr davon! Heimsieg, Heimsieg! Samstag zu Hause gegen Freiburg.

 

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